Port of Los Angeles erreicht neuen Juni-Rekord

Der Hafen von Los Angeles hat im Juni 892.340 TEU umgeschlagen. Das entspricht einem Plus von 8 % gegenüber dem Vorjahresmonat und ist der höchste Juni-Wert in der 117-jährigen Hafengeschichte.
„Einige Importeure ziehen ihre Weihnachtsfracht vor, um möglichen höheren Zöllen später im Jahr zuvorzukommen“, erklärte Hafenchef Gene Seroka. „Wir rechnen damit, dass der Juli unseren saisonalen Höhepunkt markieren könnte, da viele Händler und Hersteller ihre Bestellungen früher abwickeln und sich anschließend auf die unsichere Handelspolitik einstellen.“
Der größte Containerhafen der USA schloss das Geschäftsjahr am 30. Juni mit insgesamt 10,5 Mio. TEU ab – und dies ohne Rückstaus. Damit überschritt der Hafen zum dritten Mal in Folge die Marke von 10 Mio. TEU und unterstreicht seine Rolle als wichtigster Containerumschlagplatz der westlichen Hemisphäre.
Im Juni stiegen die beladenen Importe um 10 % auf 470.450 TEU. Die beladenen Exporte erhöhten sich um 3 % auf 126.144 TEU. Auch die Zahl der umgeschlagenen Leercontainer legte um 7 % auf 295.746 TEU zu. In der ersten Jahreshälfte summierte sich das Umschlagsvolumen auf knapp 5 Mio. TEU (+5 %).
Die starke Performance erfolgt allerdings auch vor dem Hintergrund globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten. Nach verschiedenen Wirtschaftsprognosen könnten viele US-Häfen im Juli einen kurzfristigen Nachfrageanstieg sehen, bevor mit dem Inkrafttreten der aufgeschobenen Zölle deutliche Rückgänge drohen.
Die unberechenbare Zollpolitik der US-Regierung sorgt dabei für zusätzliche Nervosität in den Lieferketten. US-Präsident Trump hatte die angekündigten reziproke Zölle auf den 1. August verschoben, und gleichzeitig neue Abgaben von 30 % auf die meisten EU- und Mexiko-Importe angedroht.
„Die Situation ist weiterhin volatil. Viele Einzelhändler stocken ihre Lagerbestände jetzt auf, bevor die angekündigten und bislang ausgesetzten Zölle tatsächlich wirksam werden“, erklärte Jonathan Gold, Vizepräsident für Lieferketten- und Zollpolitik bei der NRF.
Branchenbeobachter rechnen nach einem prognostizierten Anstieg von 2,1 % im Juli (2,36 Mio. TEU) mit deutlichen Rückgängen um 10,4 % bis 21,3 % zwischen August und November.





