„15 Mrd. € aus Sondervermögen für die deutschen Seehäfen“

Keisinger, Podcast, ZDS, Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe
Florian Keisinger, Geschäftsführer beim Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), zu Gast beim HANSA PODCAST (© Westerkamp / HANSA)

Florian Keisinger, seit wenigen Wochen neuer Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), tritt nur kurz nach seinem Amtsantritt mit einer ambitionierten Forderung an die Politik.

Auf den ersten Blick klingt es gar nicht so viel: 3 %. Diesen Anteil vom Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes fordert Keisinger in der neuen Episode des HANSA PODCASTs für Investitionen in die Häfen als „kritische Infrastruktur“. Ist das etwas tiefgestapelt? Übersetzt man das in eine absolute Zahl, wird die Dimension – auch im Vergleich zu bisherigen politischen Anstrengungen in diesem Feld – schon deutlicher: Es geht um mindestens 15 Mrd. €, sagt der neue ZDS-Chef und erläutert ausführlich die Hinter- und Beweggründe für die Initiative.

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Hinzu komme eine zweite große Herausforderung: die Grundlagen zu schaffen, „damit wir nicht wieder in die Situation kommen, in der wir jetzt sind. Dazu bedarf es einer entsprechenden Grundfinanzierung für die deutschen Seehäfen, die deutlich über der Summe liegt, die derzeit vom Bund zur Verfügung gestellt wird“, so Keisinger, der seine Ansicht zu einer „angemessenen Hausnummer“ erläutert.

Infrastruktur-Sondervermögen, Energiewende, Bundeswehr – all das sind für ihn Themen, die auch die Seehäfen »sehr sehr konkret« betreffen. Keisinger ist im Mai aus der Luftfahrtbranche von Airbus Defence and Space zum ZDS gestoßen und bringt dadurch einige Erfahrungen aus dem Sicherheitsbereich mit. Im Podcast spricht er darüber, wie seine ersten Wochen in der „blauen“ Wirtschaft verlaufen sind, was ihn überrascht hat, über seinen Quereinstieg und wie er von seinen bisherigen Erfahrungen im neuen Job zehren kann („zahlreiche Anknüpfungspunkte“).

„Die Bedeutung der Seehäfen für die militärische Logistik in Deutschland wurde in den letzten 20, 30 Jahren massiv unterschätzt und massiv vernachlässigt. Wir müssen jetzt dringend nachholen, was vernachlässigt wurde.“ Seehäfen als kritische Infrastruktur seien in einem militärischen Konfliktfall mit die ersten Angriffspunkte, so Keisinger. Die Bedeutung und Relevanz der Thematik sieht er in der Politik mittlerweile erkannt. Er konstatiert aber, dass man jetzt auch in die Umsetzung konkreter Maßnahmen kommen müsse.

Da so viele verschiedene politische Stellen einbezogen werden müssen – mehr als in der Vergangenheit – ist viel Koordination nötig. Könnte das den Prozess aufhalten? „Die Realitäten, in denen wir uns heute bewegen, sind nun mal sehr, sehr komplex. Damit müssen wir umgehen und wir müssen Wege finden.“ Die Hafenwirtschaft stehe bereit.

Auch auf die Frage, wie seiner Ansicht nach der Einstieg ausländischer Unternehmen, etwa des chinesischen Staatskonzerns Cosco oder der MSC-Gruppe, in der aktuellen Situation zu bewerten ist, geht er ein. Die Stichworte lauten „Keine kategorische Abwehrreaktion“ und »Abschottung«.

Hören Sie jetzt die neue Episode. Florian Keisinger spricht u.a. über:

  • Seehäfen für die Zeitenwende
  • Komplexe Lage und Sanierungsstau
  • Eine Liste mit konkreten Maßnahmen
  • Den neuen maritimen Koordinator
  • Häfen als Basis für Offshore-Industrie und Energiewende
  • Koordination zwischen dem Bund und den Ländern
  • Investitionen aus dem Verteidigungshaushalt
  • Die vieldiskutierte Einfuhrumsatzsteuer
  • Automation in Häfen und Gespräche mit Gewerkschaften
  • Wettbewerbsfähigkeit deutscher Seehäfen
Keisinger, ZDS, Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe, Podcast, Zeitenwende
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