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Die im vergangenen Jahr vereinbarte Zusammenlegung der Containerschiffs-Befrachtung der Reederei Peter Döhle und der griechischen Reederei Costamare ist jetzt vollzogen.

Wie ein Sprecher von Peter Döhle gegenüber der HANSA bestätigt, ist die Gemeinschaftsfirma »Blue Net Chartering« heute offiziell in Betrieb gegangen. Hauptsitz und einziger Standort des Befrachtungsunternehmens ist Hamburg.

Blue Net Chartering wird exklusiv die von Peter Döhle und Costamare bereederten Containerschiffsflotten und auch Schiffe von Dritten betreuen. Es handele sich um derzeit insgesamt 220 Einheiten mit Stellplatzkapazitäten von zusammen 1,1 Mio. TEU, heißt es aus dem Hause Döhle. Der Schwerpunkt liegt dabei auf mittleren und ganz großen Schiffen bis 14.000 TEU.

Damit dürfte das Joint Venture gemessen an der Stellplatz-Flottenkapazität größter kommerzieller Manager von Tramp-Containerschiffen weltweit sein – noch vor Hanseatic Unity Chartering, der gemeinsamen Befrachtungsorganisation der Reedereien Asiatic/Atlantic Lloyd, Borealis Maritime, Leonhardt & Blumberg, Reederei Nord und Bernhard Schulte. Ziel sei es, mit gebündelten Kräften bestmögliche Beschäftigungen für die Schiffe zu gewährleisten, so der Döhle-Sprecher.

Die Zusammenlegung der Container-Befrachtung von Döhle und Costamare ist ein weiterer Meilenstein in der Konsolidierung auf der Tramp-Reeder-Seite – offenbar als Reaktion auf die Fusions- und Übernahmewelle unter den Linienreedereien, welche Schiffe von ihnen chartern.

Peter Döhle hatte bereits 2013 die Befrachtung aller kleineren Feederschiffe in eine andere Gemeinschaftsfirma ausgelagert: Ernst Russ Shipbroker. Die Firma bündelt seither die Vermarktung der Flotten, die zuvor von Döhle, Stüwe & Co. und von Ernst Russ getrennt betreut wurden. Das Eigentum und die kaufmännische Verwaltung der Tramp-Schiffe bleibt allerdings bei den bisherigen Eignern.

Die Geschäftsführung von Blue Net Chartering setzt sich zusammen aus Niclas Ahrens (Corporate Development, Peter Döhle Schiffahrts KG) und dem früheren Chartering Manager der Reederei Hamburg Süd, Sebastian Diedrich. Letzterer war Ende vergangenen Jahres für Blue Net angeworben worden. Der Abschied von der traditionsreichen Oetker-Reederei dürfte Ihm leichter gefallen sein insofern, als die Chartering-Aktivitäten von Hamburg Süd künftig vom neuen Eigner Maersk aus Kopenhagen heraus gesteuert werden sollen. (mph)