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Der Hafenbetrieb Rotterdam hat eine neue Internet-of-Things (IoT)-Plattform ins Leben gerufen. Jüngst wurde der erste Bereich Hydro-/Meteo-Anwendungen in Betrieb genommen. Mit Hilfe verschiedener Messdaten soll unter anderem der optimale Zeitpunkt für das An- und Ablegen ermittelt werden.

Ziel sei es, durch die Plattform die Sicherheit und Effizienz zu verbessern, so die Niederländer. Anhand eines umfangreichen Netzes von Sensoren stellt das System genaue und aktuelle Wasser- (Hydro) und Wetterdaten (Meteo) bereit, insbesondere für die Planung und Abfertigung des Schiffsverkehrs.

Die allgemeinen Plattformelemente, die nun implementiert wurden, bieten dem Hafenbetrieb Rotterdam »eine sichere und zuverlässige Grundlage für rasche Innovationen, mit Zugang zu den neuesten Technologien wie Edge Computing, Echtzeitanalysen, künstliche Intelligenz, höchst präzise Daten und Blockchain«, teilt der Hafenbetrieb mit. Dies sei auch notwendig, denn die Abläufe auf dem Hafengebiet entwickelten sich ständig weiter und neue physikalische Infrastrukturen würden zunehmend stärker digitalisiert.

So generieren Sensoren, die auf und in Kaimauern, Dalben, (Wasser-) Straßen und Verkehrsschildern eingebaut sind, kontinuierlich Basismessdaten und können mit anderen autonomen Systemen kommunizieren. Damit werde die Grundlage zur künftigen Unterstützung der autonomen Schifffahrt im Rotterdamer Hafen geschaffen, sagen die Niederländer.

Der Prüfstein für die IoT-Plattform war die Übergabe der Hydro-/Meteo-Anwendung. Es sei das erste Mal, dass die allgemeine IoT-Plattform für eine missionskritische Anwendung eingesetzt werde, heißt es. Höchste Anforderungen an Sicherheit, Zuverlässigkeit und Standardisierung seien dabei obligatorisch. Die Anwendung wird von den Rotterdamern als sehr bedeutsam angesehen, insbesondere beim Treffen der richtigen Entscheidungen für die sichere und effiziente Abwicklung der Schifffahrt.

44 Sensoren im Hafengebiet

In dem nun übergebenen Hydro-/Meteosystem werden Daten über Wasserpegel, Strömung, Salzgehalt, Windgeschwindigkeit, Windrichtung und Sicht durch eine Kombination von 44 Sensoren im Hafen, zahlreichen Prognosemodellen, Daten des niederländischen Wasserwirtschaftsamts Rijkswaterstaat und astronomischen Berechnungen gewonnen. Damit trage die Anwendung zur Verringerung von Wartezeiten sowie zur Optimierung von Anlage-, Lade-/Lösch- und Abfahrtszeiten bei, heißt es weiter. Dank der Technologie könne beispielsweise je nach Wasserpegel der beste Zeitpunkt zum Anlegen und für Abfahrten genauer vorhergesagt werden, bei Gewährleistung einer maximalen Ladung.

1,2 Mio. Datenpunkte

Die Lotsenorganisation Loodswezen, das niederländische Wasserwirtschaftsamt Rijkswaterstaat, DCMR sowie verschiedene Abteilungen des Hafenbetriebs nutzen das Hydro-/Meteo-System. Es wird davon ausgegangen, dass die Anzahl der Nutzer zunehmen wird. Durch weltweit und offener Normen sei es für externe Interessenten noch nie so einfach gewesen, eine Verbindung mit diesen Echtzeitdaten herzustellen. Die Plattform verarbeitet heute nach Auskunft der Niederländer bereits täglich ca. 1,2 Mio. Datenpunkte für Modelle, Systeme und Nutzer.

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