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Vorsitzer Michael Vinnen (Mitte) mit seinem Stellvertreter Dirk Rogge (links) und Vorstandsmitglied Joachim Zeppenfeld (rechts) gestern auf dem Flydeck des »Ecos« (ehemalige Zentrale der Reederei Beluga) auf dem Bremer Teerhof. (© Hollmann)
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Für die rund 80 ausländischen Schiffe, die in den Häfen der Ukraine feststecken, gibt es derzeit keine Chance, das Kriegsgebiet zu verlassen. Die deutsche Marine warnt betroffene Reedereien, sich keinesfalls auf Garantien der russischen Seite für freies Geleit einzulassen.

»Jedes Schiff, was dort ausläuft, wird als Embargobrecher angesehen und umgeleitet«, stellte der Leiter Marineschifffahrtsleitung vom Marinekommando der Bundeswehr, Fregattenkapitän Steffen Lange, gestern auf dem Bremer Rhederabend klar. Generell sei zu beobachten, dass Russland sich nach Möglichkeit Ressourcen aus der Ukraine aneignet und sie abzieht.

Das betreffe unter anderem Getreideladungen, die von Russland ins verbündete Syrien geliefert werden. Schlimmstenfalls drohten Schiffe »unter Beschuss genommen zu werden« oder auf Minen zu laufen, wenn sie die ukrainischen Häfen verlassen. »Wir können alle Reedereien nur inständig bitten, mit den Schiffen dort zu bleiben.«

Möglichkeiten dort einzugreifen, habe die Marine nicht. Die Lage in den ukrainischen Schwarzmeerhäfen Odessa und Mykolajiw sei hingegen derzeit relativ sicher, Angriffe der russischen Seite aktuell nicht zu erwarten, so Lange.

Nach Angaben der Marineschifffahrtsleitung befinden sich insgesamt sieben Schiffe aus deutschem Besitz oder unter deutschem Management unter den in der Ukraine eingeschlossenen Schiffen: ein Containerschiff (»Joseph Schulte«, 9.000 TEU), fünf Bulk Carrier (»Bonita«/ 76.623 tdw, »Comet«/ 10.095 tdw, »Puma«/ 34.979 tdw, »Bolten Ithaki«/ 38.060 tdw, »Maran Excellence«, 180.940 tdw) und ein Segelschiff (»Irida«, MMSI 272116500). Zum Teil konnten Seeleute auf dem Landweg evakuiert werden. »Viele Besatzungen stecken aber noch fest und kommen nicht von Bord«, sagte Lange.

Vorstandswahlen

Zuvor hatten die Mitglieder des Bremer Rhedervereins Vorstandswahlen abgehalten. Neu in das Leitungsgremium wurde Björn Hollnagel, Geschäftsführer der auf Westafrika spezialisierten Linienreederei BOCS, gewählt. Durch das vorherige Ausscheiden von Peter Grönwoldt (Ex-Harren & Partner), der zur Tailwind Shipping Lines der Lidl Stiftung in Hamburg gegangen ist, war ein Sitz frei geworden. Michael Vinnen (Reederei F. A. Vinnen) wurde als Vorsitzer bestätigt, Dirk Rogge (D. Oltmann Reederei) zu seinem Stellvertreter ernannt. Weiterhin im Vorstand vertreten sind zudem Joachim Zeppenfeld (Bremer Bereederungsgesellschaft) und Ralf Reinhardt (Reederei Horst Zeppenfeld).       (mph)

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