Albrecht Grell von OceanScore auf dem HANSA-Forum 2023
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Die erst vor kurzem an den Start gegangene EU-ETS-Managementlösung des Hamburger Unternehmens OceanScore verzeichnet offenbar einen sprunghaften Anstieg von Neukunden.

Am 1. Januar 2024 beginnt die schrittweise Umsetzung des EU-Emissionshandels (EU-ETS) in der Schifffahrt. Für Reedereien und Shipmanager bedeutet der Handel mit CO2-Zertifikaten komplexität und Kosten, für andere eröffnen sich neue Geschäftsmöglichkeiten durch den Bedarf an Hilfe beim Umgang mit dem EU-ETS. [ds_preview]

Vor einigen Monaten war in Hamburg das Unternehmen OceanScore mit seiner EU-ETS-Managementlösung an die Öffentlichkeit gegangen und verzeichnet nach eigenen Angaben jetzt eine rasche Akzeptanz. »Mehr als 50 Schifffahrtsunternehmen, die mehr als 1.000 Schiffe repräsentieren – rund 10 % der in Frage kommenden Flotte – haben sich bereits angemeldet, während die Uhr für die Umsetzung der Verordnung tickt«, so OceanScore.

Die Branchenschwergewichte MSC und Döhle Group sowie Okee Maritime und viele kleinere und mittelgroße Reedereien und Manager gehören demnach zu einer wachsenden Zahl neuer Kunden für die EU-ETS-Manager-Anwendung. Laut Albrecht Grell, Co-Geschäftsführer von OceanScore, besteht ein starkes Interesse an der Softwareplattform von einer Vielzahl von Schiffseignern, -managern und -betreibern, die versuchen, sich in der Komplexität des EU-Emissionshandelssystems zurechtzufinden.

OceanScore erwartet EU-ETS-Kosten von durchscnittlich 500.000 € pro Schiff

»Es wird ein teures und risikoreiches Umfeld sein: Es wird erwartet, dass ein durchschnittliches Schiff in der EU jährlich Emissionsgutschriften in Höhe von 500.000 € abgeben muss, wenn die Verordnung bis 2026 vollständig eingeführt ist«, so Grell.

Im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems müssen Schifffahrtsunternehmen über Verwaltungssysteme verfügen, mit denen sie CO2- und andere Emissionen verfolgen und die Menge an EU-Allowances (EUAs) oder Emissionsgutschriften bestimmen können, die zur Deckung dieser Emissionen benötigt werden. Außerdem müssen die Kosten für die EUAs den Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette zugewiesen werden, um die finanziellen Verpflichtungen zu verwalten.

»Jeder Manager und Eigentümer muss sicherstellen, dass er nicht auf der Beschaffung von EUAs sitzen bleibt, die der Betreiber des Schiffes hätte bereitstellen müssen. Das ist das größte Risiko, das es zu vermindern gilt«, erklärte Grell.

ETS Manager wurde entwickelt, um der größten Herausforderung der Verordnung zu begegnen, indem effiziente und transparente Prozesse zwischen Eigentümern, Managern und Charterern eingerichtet werden, um EUAs zu verwalten und die Kontrolle über ETS-Kosten und damit verbundene Risiken zu behalten. Durch die Einbindung der EUA Trader Lösung von RWE Supply & Trading funktioniert der ETS Manager von OceanScore als effiziente End-to-End Lösung.

Laut Ralf Garrn, Co-Geschäftsführer von OceanScore, hat das in Hamburg ansässige maritime Technologieunternehmen etwa 10 % der rund 11.800 Schiffe unter Vertrag genommen, die im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems für ihre Emissionen haften werden. Das System gilt zunächst für Fracht- und Passagierschiffe über 5000 BRZ, wobei die Haftung von 40 % der Emissionen im Jahr 2024 auf 70 % im Jahr 2025 und 100 % im Jahr 2026 ansteigen wird.

Auch andere Akteure bieten Lösungen zur Verwaltung des Emissionshandels an, darunter die Berenberg Bank oder MPC gemeinsam mit Harren und Zeaborn.