JadeWeserPort, Wilhelmshaven, Eurogate
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Niedersachsen und Bremen müssen zusammen 125 Mio. € nachschießen, um eine finanzielle Schieflage des JadeWeserPorts in Wilhelmshaven abzuwenden.

Trotz einer positiven Umschlagentwicklung steht es nicht gut um die Finanzen des Container-Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven. Nachdem der Weser-Kurier über die Probleme berichtet hatte, bestätigten die Wirtschaftsministerien in Hannover und Bremen gestern, dass die JadeWeserPort Realisierungsgesellschaft kurzfristig hohe Millionenzuschüsse benötigt.

Konkret geht es um ein Darlehen in Höhe von 125 Mio. € im Jahr 2026, das der für den Unterhalt des Tiefwasserhafens zuständige Betreiber zwecks Finanzierung der terminalnahen Infrastruktur bei der Europäischen Investitionsbank aufgenommen hat.

Niedersachsen und Bremen sind zu je 50,1% und 49,9% an der JWP Realisierungsgesellschaft beteiligt und müssen nun anteilig die Mittel für die Kreditrückzahlung bereitstellen, um eine Insolvenz abzuwenden.

Die Regierung in Hannover habe die notwendigen Mittel in Höhe von 62,2 Mio. € bereits in den Landeshaushalt für 2026 eingestellt, teilte das niedersächsische Wirtschaftsministerium unter Olaf Lies (SPD) mit. Bremen befindet sich aktuell in Beratungen für den Doppelhaushalt 2026/27 und muss seinen Anteil noch aufbringen.

„Aktuell gibt es keine Alternative zum geplanten Finanzierungsmodell, um den Kredit abzulösen und den Betrieb des JadeWeserPort weiterhin sicherzustellen“, erklärte ein Sprecher der WirtschaftsSenatorin Kristina Vogt (Linke). Zwischen den Senatsressorts des kleinsten Bundeslands findet nach Informationen des Weser-Kuriers ein Tauziehen um Einsparungen zur Absicherung des JWP-Rettungspakets statt.

Beide Gesellschafter müssen schon in den nächsten Wochen ihre Beiträge „haushälterisch veranschlagen“, damit die Hafenbetriebsgesellschaft für den JWP eine positive Fortführungsprognose von ihren Wirtschaftsprüfern erhält.

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies sieht den Tiefwasserhafen an der Jade „vor einer guten Zukunft“ und bekräftigte das weitere Engagement des Landes. „Die Marktentwicklung war zu Beginn nicht einfach, aber wir haben immer wieder an den nötigen Stellschrauben gedreht.“

Insbesondere der Einstieg Hapag-Lloyds mit 30% am Umschlagbetreiber Eurogate Container Terminal Wilhelmshaven im Jahr 2022 habe sich positiv ausgewirkt, so Lies. Nach Angeben des Ministeriums wurden im Jahr 2024 über 843.000 TEU am JWP umgeschlagen – eine Steigerung von fast 59% gegenüber 2023. (mph)