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Eine Erholung im Pazifik hebt die Spotmarkt-Raten der Großbulker zurück in den grünen Bereich. In den kleineren Schiffsklassen schwächt sich der Auftrieb ab.
Nach einer mehrwöchigen Durststrecke ist der Capesize-Spotmarkt diese Woche richtig in Schwung gekommen. Die Zugewinne für die größten Frachter trieben den Baltic Dry Index in den letzten sieben Tagen ordentlich nach oben – um 218 auf 1.159 Punkte. [ds_preview]
Die Durchschnittsrate auf Zeitcharter-Trip-Basis für den 180.000-Tonner Cape hat binnen Wochenfrist einen Sprung um gut 70% auf rund 13.000 $/Tag gemacht. Ausschlaggebend dafür war eine erhöhte Schlagzahl bei den Frachtabschlüssen für Eisenerz ex Westaustralien, wo die Umschlagaktivitäten aufgrund von Zyklonen in den vergangenen Wochen sehr gedämpft waren. Die Zahl der Fixtures dort kletterte nach Angaben des Londoner Maklers Braemar zurück auf das „normale“ Level von über 20 pro Woche.
Starker Anstieg bei Transpazifik-Rundreisen
Das schlug sich in einem überproportionalen Anstieg der Index-Rate für Transpazifik-Rundreisen um +150% auf 16.142 $/Tag nieder. Im Südatlantik ging es mit den Frachten ebenfalls hoch, nur nicht so steil. Die Index-Voyage-Rate für 170.000 t Erz von Tubarao nach Qingdao legte vergleichsweise moderat von 17,60 $/t auf 19,80 $/t zu. Maklern zufolge hält der Zustrom von Großbulkern in Ballast aus Südostasien Richtung Südamerika die Zugewinne dort in Schach.
Im Panamax-Segment mussten die Reeder nach den rasanten Verbesserungen der Vorwoche wieder etwas zurückrudern. Eine hohe Tonnageverfügbarkeit im Nordatlantik bei stagnierender Tonnage-Nachfrage an der Ostküste Südamerikas ließ erneute Druck auf die Raten entstehen. Zumindest im Pazifik herrschten stabile Verhältnisse, folglich halten sich die Verluste insgesamt noch in Grenzen: Die durchschnittliche Zeitcharter-Rate (5TC) sank um etwa -4% auf 9.831 $/Tag.
Krankapazität gefragt in Nordchina
Bei den kleineren Frachtern mit eigenen Kränen präsentierte sich der Markt im Atlantik teils etwas schwächer – vor allem im US-Golf für die Supramaxe – und im Pazifik weiterhin fest. Die Supramaxe erfreuten sich zunehmender Getreide- und Kohleladungen ex Australien, während Handy-Bulker von einem guten Ladungsangebot in Nordostasien für Australien, Transpazifik-Trips und Backhauls Richtung Persischem Golf und Afrika profitierten.
Die 2017 gebaute „Berge Phan Xi Phan“ (37.739 tdw) erzielte 10.500 $/Tag für eine Reise von Japan nach Brasilien, die kleinere 2008 gebaute „Port Alberni“ (33.499 tdw) konnte bei Panocean eine Stahl-Ladung von Nordchina zum Persischen Golf zu 11.500 $/Tag schließen. Die Durchschnittsrate für 38.000-Tonner (Hnady) verbesserte sich auf Wochensicht um knapp +5% auf 9.836 $/Tag, der 63.000-Tonner (Ultramax) steigerte sich um +4% auf 11.408 $/Tag.
Tankermarkt ruhig, aber stabil
Am Chartermarkt für Rohöl-Tanker war die Nachfrage für die größten Schiffe diese Woche eher ruhig. Das große Branchentreffen, die Energy Week in London, zog offenbar viele Marktteilnehmer in den Bann und bremste dadurch die Aktivitäten am Spotmarkt. Die durchschnittlichen Spoteinnahmen der VLCC gaben auf Wochensicht leicht auf 44.800 $/Tag nach.
Für die mittleren und kleineren Rohöltanker gab es bei steigender Nachfrage im US-Golf einige positive Impulse. Unterm Strich reichte dies aber kaum aus, den Markt in Gänze hochzutreiben. Die Ertrags-Levels der Suezmaxe und Aframaxe bleiben mit rund 35.000 und 26.000 $/Tag nahe den Niveaus der Vorwoche. (mph)