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© Berg Propulsion

Das auf Schiffsantriebe spezialisierte Unternehmen Berg Propulsion hat die ersten Propellerwellen vorgestellt, die aus klimaneutralem Stahl bestehen.

Sechs der im sogenannten „Greenforge“-Produktionsverfahren hergestellten Wellen weden noch dieses Jahr auf RoRo-Schiffen von Louis Dreyfus Armateurs (LDA) installiert. [ds_preview]

Das Verfahren wurde vom Stahlunternehmen Björneborg Steel in Schweden entwickelt. Die für die Fertigung benötigte Hitze wird durch erneuerbare Energiequellen erzeugt; so kommt fossilfreies Biogas oder auch Biopropan zum Einsatz. Nach Angaben von Berg reduziert dieser Wechsel die CO2-Emissionen der Stahlproduktion um 95%. Zusätzliche Maßnahmen sollen die verbleibenden Emissionen reduzieren und damit vollständige Klimaneutralität gewährleisten können.

Berg verbaut 2025 sechs Propellerwellen

Für die sechs Propellerwellen, die für LDA hergestellt werden, sollen so im Vergleich zur konventionellen Methode 160 t an CO2 eingespart werden. Die weltweit erste dieser klimaneutralen Propellerwellen für LDA wird im März von Björneborg Steel an das Berg-Werk im schwedischen Hönö geliefert. Fünf weitere werden bis Ende Juni 2025 eintreffen.

„Berg freut sich über die Zusammenarbeit mit Schwedens hochmoderner Stahlindustrie und die Pionierarbeit bei der Anwendung von Greenforge für den maritimen Einsatz“, sagte Berg-Betriebsleiterin Kajsa de Mello. „Wir sind stolz darauf, der erste Anbieter weltweit zu sein, der seinen Kunden Propellerwellen mit diesem Verfahren anbietet. Es ist daher naheliegend, dass emissionsarme Schiffe die erste Anwendung im Seeverkehr sein werden.“

Die Propellerwellen werden in neuen RoRo-Schiffen von LDA installiert. Das Unternehmen setzt außerdem auch auf Windenergie: Drei RoRo-Schiffe, die ab 2026 Flugzeugteile über den Atlantik transportieren sollen, sind mit modernen Segeln ausgestattet worden. Die Technologie für das Energiemanagement sowie die Steuerung stammt ebenfalls von Berg.

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© Louis Dreyfus Armateurs / Norsepower

Grüner Stahl bis 2030 günstiger als herkömmliche Verfahren

Die Umstellung auf „grünen Stahl“ geschieht im Zuge des „Clean Industry Deal“ der EU. Er umfasst Maßnahmen zur Förderung erneuerbarer Energien, den Abbau von Investitionshemmnissen in saubere Technologien sowie Beihilfen und Steuererleichterungen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Zudem werden Strafzahlungen für CO2-Emissionen in der Industrie eingeführt, was laut Berg die Wettbewerbsfähigkeit eines Verfahrens wie „Greenforge“ verbessern werde. Den EU-Stahlproduzenten werden CO2-Emissionsrechte entzogen, sodass sie entweder auf klimaneutrale Verfahren umstellen oder mit erhöhten Kosten in der Produktion rechnen müssen. Björneborg Steel prognostiziert, dass emissionsfreie Verfahren bis 2030 günstiger sein werden als herkömmliche Verfahren.

„Die Nachhaltigkeitsaspekte für kohlenstoffneutralen Stahl sind überzeugend“, so de Mello weiter. „Obwohl er derzeit im Premiumsegment angesiedelt ist, bietet seine Verwendung Käufern von Schiffsausrüstung eine Möglichkeit, die steigenden Kosten für fossile Brennstoffe zu umgehen. Berg ist stolz darauf, dort voranzugehen, wo andere folgen müssen.“

Håkan Dedorsson, CEO von Björneborg Steel, sagte: „Wie in anderen Branchen gibt es auch in der Schifffahrt führende Nachhaltigkeitsunternehmen und Stakeholder, die den für die kommenden Herausforderungen notwendigen Innovationen gegenüber aufgeschlossen sind. Wir steigern die Produktion auf Basis des hochmodernen Greenforge-Verfahrens, abhängig von der Verfügbarkeit von Biogasen, und freuen uns darauf, Bergs Kunden dabei zu unterstützen, die umweltfreundliche Entscheidung zu treffen, die auch künftigen Generationen zugutekommt.“