SRC, Rina, Manca, Lilp
Simone Manca, Vice President Rina North Asia (l.), überreicht das AiP an SRC-CEO und Gründer Hannes Lilp (© Rina)

Das maritime Tech-Unternehmen SRC hat das „Approval in Principle“ (AiP) von der italienischen Klassifikationsgesellschaft Rina für einen neuartigen Methanol-Tank erhalten.

Durch den Einsatz eines innovativen „Superstorage“, der aus der Offshore-Technologie stammt, sollen Schiffe künftig deutlich mehr Methanol bunkern können. [ds_preview]

Methanol (CH3OH) gilt als vielversprechender alternativer Kraftstoff in der Schifffahrt. Anders als beispielsweise Ammoniak, ein weiterer, jedoch giftiger Hoffnungsträger der Energiewende, ist es leicht zu lagern und handzuhaben. Aus erneuerbaren Quellen hergestelltes Methanol bietet laut Mitteilung von Rina daher „einen klaren Weg zum Ziel der IMO, bis etwa 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen“. Derzeit sind rund 240 methanolfähige Schiffe im Einsatz oder bestellt.

Ein Nachteil von Methanol ist allerdings seine geringe Energiedichte. Im Vergleich zu herkömmlichem Schweröl benötigt der Kraftstoff die 2,4-fache Menge, um dieselbe Leistung zu erreichen. Dies hat Auswirkungen auf die Reichweite und auch auf das Design des Schiffs, da Kraftstoffe mit niedrigem Flammpunkt durch einen mindestens 600 mm dicken Kofferdamm gesichert werden müssen, der die Innen- von der Außenwand des Tanks trennt.

SRC-Superstorage erhöht Bunkervolumen um 85%

Durch die „Superstorage“-Technologie von SRC lässt sich diese Hürde umgehen. Sie ersetzt den Kofferdamm durch einen massiven Elastomerkern, der zwischen zwei Stahlplatten eingebettet ist. Diese 25 mm dicken „Sandwich-Wände“ bieten laut Rina eine dreifache Barriere gegen Leckagen, durch das kompakte Design kann bis zu 85% mehr Volumen gebunkert werden – das erhöht die Reichweite eines Methanol-Schiffs erheblich. Die Technologie wird bereits seit über zwei Jahrzehnten im maritimen und Offshore-Bereich eingesetzt und erfüllt die Anforderungen der Brandklasse A60. Sie ist von allen wichtigen Mitgliedern der International Association of Classification Societies (IAS) zugelassen.

Mit dem AiP hat Rina nun bestätigt, dass diese Speicherlösung dem Leitfaden für die Zulassung neuartiger Technologien entspricht. Die „Superstorage“-Lösung könne „die Raumausnutzung für die Lagerung von Methanol und Ethanol an Bord verschiender Schiffstypen verbessern“, heißt es.

„Rina fördert stets Innovationen in der maritimen Industrie“, so Simone Manca, Vizepräsidentin von Rina Nordasien. „Die grundsätzliche Genehmigung der SRC-Methanol-Superstorage-Technologie unterstreicht das erhebliche Potenzial der Lösung, die Einführung von Methanol als Schiffskraftstoff zu ermöglichen.“

„Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt für die Akzeptanz der Methanol-Superstorage-Ttechnologie in der Branche und bietet den Reedern Klarheit bei der Bewertung eines alternativen Kraftstoffs, der sich langfristig bewährt und die Dekarbonisierungsziele der Schifffahrt erfüllt“, so Alex Vainokivi, Innovationsmanager der SRC Group. Die Technologie soll ohne nennenswerte Beeinträchtigung der Schiffsstruktur nachgerüstet werden können.