Timo Schön: „Die ›Ladung‹ Passagier ist etwas ganz anderes“

Timo Schön, Geschäftsführer für den türkischen Kreuzfahrt-Terminalbetreiber Global Ports am neuen Standort Bremerhaven (Bremerhaven Cruise Port), sieht „unfassbares Potenzial“ im Weser-Hafen. In der neuen Episode des HANSA PODCASTs spricht er über seinen Wechsel aus der Handelsschifffahrt und seine Ansichten zum Standort Bremerhaven, sowie Zukunftspläne und die Zusammenarbeit mit der landeseigenen Hafengesellschaft Bremenports.
Ausbau und Weiterentwicklung stehen nach der ersten Phase der Neuaufstellung oben auf der Prioritätenliste für Schön, der mit seiner langjährigen Erfahrung aus anderen Schifffahrtssegmenten einen eigenen Blick auf die „Ladung“ Passagier hat.
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Seit Jahresbeginn ist der erfahrene Schifffahrtsmanager nach Stationen unter anderem bei Karl Geuther, Frachtcontor Junge, Seaports of Niedersachsen und beim Jade-Dienst Geschäftsführer beim Bremerhaven Cruise Port. Seitdem betreibt nämlich die türkische Global Ports Holding das Kreuzfahrtterminal an der Weser. Schön erläutert das Portfolio der nach eigenen Angaben marktführenden Gruppe und ist zuversichtlich, dass der erst 2004 gegründete Konzern am Standort ein gutes Stück Wachstum erreichen kann.
Der gelernte Schiffsmakler hat sich schon immer für die Kreuzfahrt-Branche interessiert. »Die Ladung Passagier ist etwas anderes als flüssiges, trockenes Massengut oder Container oder was es sonst noch alles gibt und ist eine sehr sensible Ladung.« Auf der anderen Seite sei es aber auch so, dass die „Ladung“ ja auch eine eigene Stimme habe, die auch mal ihre Unzufriedenheit äußern könne.
Timo Schön über die Zusammenarbeit mit Bremenports
Der Terminal-Chef erklärt, warum er „sehr glücklich“ war, die Möglichkeit bei der GPH zu bekommen. „Wir wollen den Standort noch weiter ausbauen und sehen in Bremerhaven einfach noch ein unfassbares Potenzial in einem ohnehin sehr stark wachsenden Markt“, sagt er. Schön geht auf die konkreten Ziele für das Set-up und Umbau-Maßnahmen ein, damit „wir auch die großen neuen Generationen von Kreuzfahrtschiffen abfertigen.“
Global Ports habe noch einiges vor, „wir streben permanentes Wachstum an“. Dazu werden auch Gespräche mit Reedereien geführt, wie Schön erläutert – solche, die schon Kunden sind und eventuell zusätzliche Anläufe realisieren könnten und solche, die man vielleicht als Neukunden gewinnen könnte. Zum Einen will man an den eigenen Abläufen und dem Equipment arbeiten. „Beim Umbau sind uns als Mieter ein Stückweit die Hände gebunden“, so Schön, der über Gespräche mit Bremenports und Wünsche für ein „flexibles Terminal“ beziehungsweise ein „zweites Terminal“ spricht.
Der in Bremen geborene und in Bremerhaven aufgewachsene Geschäftsführer lobt explizit die „vorherige Konzessionsnehmerin“, die sehr gute Arbeit geleistet habe. Er geht darüber hinaus sowohl auf die vermeintlichen Nachteile der geografischen Lage Bremerhavens als auch auf verschiedene Vorteile ein, sowie auf etwas, »was in der Vergangenheit schon versucht wurde« und was in Gesprächen mit Reedereien wieder aufgenommen werden soll.
Es gibt seiner Ansicht nach vor Ort aber auch Herausforderungen, nicht zuletzt in der Infrastruktur. Dazu zählen die Engpässe bei Zugangswegen, von denen einer – die Drehbrücke – „außer Betrieb“ ist. Schön berichtet davon, was ihm Kopfschmerzen bereitet, auch wenn im Moment alles gut funktioniere.
Die Zusammenarbeit mit Bremenports bewertet er als sehr gut, „ich kann mich überhaupt nicht beklagen“. „Generell kann man sagen, dass in Bremerhaven jeder Bock auf Kreuzfahrt hat.“ In diesem Zusammenhang geht er auch darauf ein, warum er „begeistert von meinen ehemaligen Bremerhavener Mitbürgern“ ist.
Ein nicht unwesentlicher Faktor ist für ihn nicht zuletzt der Umstand, dass es in unmittelbarer Nähe zum Kreuzfahrt-Terminal auch Werft- und Reparaturbetriebe für Schiffe gibt. Schön erläutert, warum das eine gewisse Rolle spielen kann.
Hören Sie jetzt die komplette Episode mit Timo Schön. Themen darin sind unter anderem:
- sein „Ankommen“ bei GPH und Überraschungen
- seine Erfahrungen in anderen Schifffahrtsegmenten, was er vermisst sowie die Beweggründe für den Wechsel in die Kreuzfahrt
- seine Pläne und „Hausaufgaben“
- der Einstieg von GPH in Bremerhaven
- seine Ansichten zur Nachhaltigkeit der Kreuzfahrt-Industrie
- Herausforderungen und ein „Bottleneck“ in Bremerhaven
- Die Ausschreibung, die Konzession und das Preis-Argument
- Die Zusammenarbeit mit der landeseigenen Hafengesellschaft Bremenports
- Das Problem an der enormen gesellschaftlichen „Sichtbarkeit“ der Kreuzfahrt
- Gespräche mit Reedereien über Anläufe in Bremerhaven
- Vorteile eines großen Konzerns in der Kundenakquise
- Die Kreuzfahrt als Wirtschaftsfaktor in Bremerhaven
- Die Rolle eines Terminals als Intermediär zwischen Reeder und Passagier





