Feadship-Konzept setzt auf Voith-Propeller

Feadship hat während der Monaco Yacht Show „Hive“, sein neuestes Konzeptdesign, enthüllt. Mit 115 m ist „Hive“ den Angaben zufolge das größte Konzeptdesign, das Feadship bislang entwickelt hat. Die Konzeptstudie verfolgt einen neuen Ansatz, nämlich dass das Leben an Bord nicht mit einer konventionellen Anordnung von Räumen beginnt, sondern mit den Menschen, die sie nutzen.
Bei „Hive“ sei das Leben an Bord der Ausgangspunkt, heißt es. Eine fiktive vierköpfige Familie wurde entwickelt, um dem Konzept einen menschlichen Kontext zu geben. Dabei wurde dasselbe Prinzip angewandt wie bei jeder vollständig kundenspezifischen Yacht. Dieses beruht darauf, zu verstehen, wie die Eigner leben, was ihnen wichtig ist und wie sie ihre Zeit an Bord verbringen möchten, bevor diese Bedürfnisse in Architektur übersetzt werden, so Feadship.
Offene, großzügige Räume
Im Herzen von „Hive“ befindet sich ein großer offener Raum, der sich über vier Decks erstreckt. Auf dem Hauptdeck kann er zu einem weitläufigen Salon, einer Bühne oder einem Auditorium werden, mit Terrassen, die sich nach Backbord und Steuerbord öffnen. Geschwungene Treppen verbinden Balkone und intimere Bereiche darüber, während Service-Pantries, Möbellager und ein Backstage-Bereich es ermöglichen, den zentralen Raum für alles vom Familienleben bis hin zu Aufführungen, Vorträgen und großen Zusammenkünften zu nutzen.
Rund um dieses gemeinsame Herz bietet „Hive“ sehr unterschiedliche Umgebungen. Eine zweistöckige Beach Lounge führt zu einem Essbereich auf Höhe der Wasserlinie für 24 oder mehr Personen, während sich eine kreisförmige, verglaste Bibliothek auf dem Vorschiff zu einem abgeschiedenen Garten öffnet.
Das Eignerdeck verfügt über einen 20 m langen Pool mit der patentierten Contra-Wave-Technologie von Feadship, der sich im Innenbereich als schwebender Infinity-Pool mit Glasboden fortsetzt. Eine Unterwasser-Lounge bietet einen weitläufigen Blick unter die Wasseroberfläche, während die darüberliegende Observation Lounge über ein einfahrbares Glasdach verfügt, das einen ungehinderten Blick auf den Nachthimmel ermöglicht
Die technische Machbarkeit ist laut Feadship jedes seiner Konzeptdesigns von grundlegender Bedeutung. „Hive“ sei daher von Anfang an in Zusammenarbeit von Design, Schiffsarchitektur und Engineering entwickelt und nütze die Technologien, die bereits existieren oder sich in aktiver Entwicklung befinden.
Brennstoffzellen reduzieren Emissionen
Eine DC-Elektroarchitektur kombiniert drei drehzahlvariable Permanentmagnet-Generatoren mit jeweils 900 kW Leistung, die mit HVO betrieben werden, mit Brennstoffzellen und einem Batteriespeicher mit 5 MWh. Für einen emissionsfreien Betrieb kann die Energie von sieben 75-kW-Festoxid-Brennstoffzellen oder neun 250-kW-PEM-Brennstoffzellen in Kombination mit einem Methanol-Reformer bereitgestellt werden. Die Batteriekapazität ist etwa fünfmal so groß wie die der wegweisenden 1-MWh-Installation der „Savannah“, bei einem vergleichbaren Platzbedarf für den Batterieraum.
Voith-Schneider-Propeller liefern hochpräzisen Schub ohne konventionelle Ruder. Die bereits auf Fähren und Forschungsschiffen bewährte Technologie biete eine außergewöhnliche Manövrierfähigkeit, eigne sich gut für die dynamische Positionierung und arbeite mit einem außergewöhnlich niedrigen Geräuschniveau, so der Yachtbauer.
Feadship blickt laut eigenen Angaben bereits seit 2006 mit seinen Konzeptdesigns über die Konventionen seiner Zeit hinaus und untersucht, wie sich verändernde Lebensstile, aufkommende Technologien und neue Ideen auf die Yachten der Zukunft ausprägen könnten. Ideen, die erstmals im Rahmen einer solchen Studie untersucht wurden, fanden anschließend Eingang in Feadship-Yachten, darunter Hybridantriebe, neue strukturelle Anwendungen von Glas und alternative Kraftstoffe, so das Unternehmen.






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