Cosco-Einstieg bei Zippel-Spedition: Zieht der Bund nun doch die Reißleine?

Nun könnte es also offenbar doch ein politisches Veto gegen die Übernahme der Zippel-Spedition durch Chinas Staatskonzern Cosco geben: Es gibt wohl „erhebliche Sicherheitsbedenken“.
Cosco Shipping Aries am Terminal Tollerort
Die „Cosco Shipping Aries“ am Hamburger Tollerort-Terminal (Archivbild: Thomas Wägener

So berichtet das Handelsblatt, dass die schwarz-rote Bundesregierung den seit Monaten geplanten Teil-Verkauf des Hamburger Logistik-Unternehmens Zippel unterbinden will. Eine offizielle Veröffentlichung gibt es dazu von keiner Seite, die Zeitung beruft sich auf „vertrauliche Unterlagen“.

Nach dem umstrittenen und vieldiskutierten Einstieg am Hamburger Containerterminal Tollerort hatte Cosco das nächste Ziel in der hiesigen Logistik-Branche in den Blick genommen und will 80% der Hamburger Speditionsgruppe Zippel kaufen. Sie ist unter anderem im Hinterlandverkehr der beiden großen deutschen Häfen Hamburg und Bremerhaven aktiv – ein Geschäft, das nach Ansicht einiger Experten und Linienreedereien mehr Effizienz vertragen könnte. Im exklusiven HANSA-Interview hatte Mingfeng Wang, EuropaChef der Reederei, bereits das Hinterland und weitere „Kooperationen“ ins Spiel gebracht (HANSA 02/2024).

der plan der Chinesen stieß jedoch umgehend auf einige Kritik, dabei ging es um Sicherheitsbedenken und zu viel Macht des Staatskonzerns in der hiesigen Logistik. Noch im Mai hatte die Bundesregierung jedoch mitgeteilt, dass ein Veto nicht ohne Weiteres möglich ist, da Zippel „nicht als Betreiber Kritischer Infrastruktur im Sinne des BSI-Gesetzes registriert“ ist. Das neue „Kritis-Dachgesetz“ wurde dabei aber nicht einbezogen. Ob das nun der Fall ist oder wie es zum Umdenken in der Politik gekommen ist, bleibt vorerst unklar. Weitere Informationen wurden im Frühsommer noch als „Vertraulich“ eingestuft. Das Bundeskartellamt hatte anders als der Verfassungsschutz keine Bedenken und gab der geplanten Transaktion grünes Licht.

Das Handelsblatt berichtet nun von Bedenken mehrerer Ministerien, darunter auch das Verteidigungs-, das Wirtschafts- und das Außenministerium. Hintergrund ist demnach die Rolle der Zippel-Spedition in der Militärlogistik für die Bundeswehr und die Nato. „Von China beeinflusste Elemente der europäischen Transportinfrastruktur stünden im Konflikt- oder Krisenfall nicht oder zumindest nicht uneingeschränkt zur Verfügung“, wird aus einem der vertraulichen Dokumente zitiert.

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