Gdańsk weiht neues Offshore-Terminal ein

Das Terminal T5 entstand im Außenhafen von Gdańsk als direkte Erweiterung des bestehenden Terminals T1 Baltic Hub. Im Rahmen des Projekts wurde eine Wasserfläche aufgeschüttet und damit eine neue Landfläche von 21,3 ha geschaffen. Diese Fläche ist für komplexe Logistikoperationen im Zusammenhang mit dem Bau von Offshore-Windparks in der polnischen ausschließlichen Wirtschaftszone der Ostsee vorgesehen. Die Investitionssumme beläuft sich auf rund 273 Mio. €,

„Das Terminal T5 entstand an einem Ort, an dem vor Kurzem noch Wasser war. Polen ist um 21 ha gewachsen. Symbolisch können wir sagen, dass wir mehr Polen haben, aber auch über größere Kompetenzen verfügen: Offshore-Windparks. Bis vor Kurzem steckten wir in diesem Bereich noch in den Kinderschuhen, heute entwickeln wir uns zu einer Energiemacht an der Ostsee. Uns liegt sehr daran, dass mehr Polen auch eine stärkere Beteiligung polnischer Unternehmen an solchen Investitionen bedeutet. Und hier kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass wirklich alles polnisch ist, einschließlich des ausführenden Unternehmens. Uns ging es nicht nur darum, dass Polen das Terminal T5 bauen und dadurch in unvergleichlich größerem Umfang für Offshore-Investitionen verantwortlich sein würden. Wir wollten auch, dass die Ansiedlung des Terminals an diesem Standort deutlich mehr polnische Unternehmen als Subunternehmer für verschiedene Aufgaben bei der Installation dieser riesigen Windkraftanlagen in der Ostsee anzieht“, sagte Ministerpräsident Donald Tusk bei der Eröffnungsfeier.
Das neue Terminal dient als Logistikstandort für die Annahme, Entladung, Lagerung, Transportvorbereitung und Verladung großformatiger Komponenten von Windenergieanlagen. Die Infrastruktur wurde für den Umschlag besonders großer und schwerer Bauteile ausgelegt, darunter Monopiles und andere Konstruktionen, die beim Bau von Offshore-Windparks eingesetzt werden.
Schon bald sollen von dem Terminal aus mehr als 107 Windenergieanlagen auf See gebracht, die für den Windpark „Baltica 2“ bestimmt sind.
Kajen für Installationsschiffe und RoRos
Zu den wichtigsten Bestandteilen des Terminals gehört die Kaianlage, die den Einsatz von Spezialschiffen für die Offshore-Windenergie ermöglicht.
Die sogenannte Outbound-Kaje ist rund 450 m lang und für die Abfertigung von Jack-up-Installationsschiffen ausgelegt, die bei der Montage von Windenergieanlagen auf See eingesetzt werden. Die zweite Kaje, die sogenannte Inbound-Kaje, ist rund 350 m lang. Ergänzt wird sie durch einen etwa 105 m langen RoRo-Liegeplatz, der eine effiziente Anlieferung von Komponenten ermöglicht.
Die Konstruktion der Kaianlagen und Lagerflächen wurde auf sehr hohe Punktlasten ausgelegt. Dies ist insbesondere bei der Lagerung und Bewegung schwerer Bauteile sowie bei deren Vorbereitung für den Transport zu den Offshore-Baustellen von Bedeutung.
Das Terminal wurde den Angaben zufolge für eine langfristige Nutzung konzipiert. Die vorgesehene Betriebsdauer als Installationsbasis für Offshore-Windenergie beträgt mindestens 10 bis 15 Jahre.
Von Gdańsk zu „Baltica 2“
Die Inbetriebnahme des Terminals T5 verändert den Angaben zufolge die Logistik bei der Umsetzung von Offshore-Energieprojekten in der Ostsee. Bislang wurden Komponenten für den von PGE und Ørsted entwickelten Windpark „Baltica 2“ vom dänischen Hafen Rønne auf Bornholm aus transportiert. Dank der neuen Infrastruktur können die Vorbereitung und der Versand der Installationskomponenten künftig in Polen, im Hafen Danzig, erfolgen.
In der ersten Betriebsphase wird das Terminal für die logistische Abwicklung des Projekts „Baltica 2“ genutzt. In späteren Phasen soll die Infrastruktur auch für das Projekt „BC-Wind“ eingesetzt werden, das vom Unternehmen Ocean Winds entwickelt wird. Hierfür wurde eine Reservierungsvereinbarung über die Nutzung des Terminals unterzeichnet.
Der Zugang zu entsprechend ausgestatteter Hafeninfrastruktur in unmittelbarer Nähe der Offshore-Projektgebiete ist für die gesamte Lieferkette von großer Bedeutung. Er ermöglicht einen effizienteren Transport der Komponenten, senkt die Logistikkosten und verringert das Risiko von Verzögerungen bei den Installationsarbeiten.
„Die heutige Eröffnung des Terminals T5 bedeutet nicht nur den Abschluss eines weiteren Infrastrukturprojekts. Sie ist vor allem ein Symbol für einen mutigen Blick in die Zukunft. Sie beweist, dass wir in der Lage sind, ehrgeizige, moderne und strategisch wichtige Projekte für die Zukunft unseres Landes als Mitglied der Europäischen Union umzusetzen.“

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