Eine neue Stimme für die Bremer Reedereien

Lorenz Medina ist gelernte Speditionskauffrau und hat viele Jahre im Seefracht-Geschäft gearbeitet. Nun wechselt sie von der operativen Ebene auf die Verbandsebene. „Es ist ein komplett neues Tätigkeitsfeld, in welches ich mich Stück für Stück einfinde. Es ist unheimlich interessant und macht viel Spaß“, sagt sie in der neuen Episode des HANSA PODCASTs und geht darauf ein, ob ihr angesichts ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn auch Skepsis bei den Mitarbeitern und Mitgliedern des Rhedervereins entgegengebracht wurde.
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Neu ist vor allem die politische Arbeit. Ihr Vorgänger stand ihr die ersten Wochen beratend zu Seite. Völkl und Lorenz Medina teilen eine ähnliche Sichtweise auf die Art und Weise, wie der Rhederverein in der Arbeit mit Politik und Verwaltung erfolgreich sein kann. „Es ist hilfreich, wenn man politisch denkt und in der Lage ist, die Interessen des Gegenübers einzuschätzen und verschiedene Interessen zu koordinieren“, sagt Völkl und spricht über Fähigkeiten, die in dem Job nützlich sein können. „Es geht grundsätzlich nur gemeinsam und miteinander. Gegeneinander erreichen wir absolut gar nichts“, betont Lorenz Medina.
Ein enger Draht in die Bremer Politik und Verwaltung ist wichtig: „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, den Schifffahrtsstandort zu erhalten. Und darüber hinaus ist es Aufgabe des Rhedervereins, auch in der Öffentlichkeit immer wieder deutlich zu machen, dass Bremen ein guter Schifffahrtsstandort ist, der hat alles, was eine Reederei braucht.“ Völkl spricht in diesem Zusammenhang über zwischenzeitlich verloren gegangenes Renommee durch die große Schifffahrtskrise sowie über die Bremer Landesbank. Darüber hinaus teilt er seine Einschätzung darüber, ob die Reeder-Stimme aus Bremen mehr Gehör und die dortige Branche mehr Aufmerksamkeit verdient hätte.
Im Gespräch geht es des Weiteren um eine Halbierung der Flotte und ungesunde Dynamiken. Völkl sieht aktuell eine positive Tendenz in der Flotte der Bremer Reedereien, und er geht auf Gespräche über Investitionen ein, die trotz der unsicheren geopolitischen Lage Sinn machen können.
Ein weiterer Aspekt: die deutsche Flagge, deren Modernisierung in der Verwaltung derzeit sehr viel Aufmerksamkeit bekommt. Einen „Turnaround“ sieht Völkl noch nicht, erläutert aber, warum und unter welchen Umständen er dennoch optimistisch wäre, dass die deutsche Flagge bessere Chancen bei deutschen Reedern haben könnte. Lorenz Medina spricht über die Größe und Aufteilung der – nicht nur für Mehrzweckschiffe bekannten – Bremer Flotte, die Anzahl der Reedereien und Schiffe.
Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit will sie künftig auf die Suche nach Fachkräften für die Reedereien legen: „Ich möchte herausfinden, warum wir die jungen Leute nicht mehr in die Ausbildung bekommen. Vielleicht sollten die Ausbildungsordnung oder die Art der Rekrutierung verändert werden“, sagt Lorenz Medina und spricht über mögliche konkrete Schritte, um junge Leute besser zu erreichen.
Völkl zieht eine Bilanz seiner Arbeit und erläutert, warum er keinen Wehmut oder Abschiedsschmerz verspürt. Er berichtet nicht zuletzt von „Highlights“ in seiner langen Tätigkeit und die Ursprünge des bekannten Bremer Reederabends und erläutert, ob er sich vorstellen könnte, auch im Ruhestand noch in der maritimen Wirtschaft zu sehen zu sein.
Hören Sie hier die komplette Episode. Angelica Lorenz Medina und Robert Völkl sprechen darin u.a. auch über:
- den Schifffahrtsstandort Bremen
- Bremer Stimme in nationaler maritimer Politik
- die wichtigsten Themen für den Rhederverein
- politisches Denken
- Flotten-Wachstum und Schwerpunkte der Bremer Reeder
- die Deutsche Flagge
- neue Wege bei der Fachkräfte-Suche
- Ausbildung und Studium in Bremen
- Staffelstabübergabe, Quereinstieg und Wehmut
- Arbeit mit dem Verband Deutscher Reeder
- Schifffahrtskrise und Bremer Landesbank
- Geburtsstunde des Bremer Reederabends


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