Deutsche Seemannsmission feiert 140-jähriges Bestehen

Mit einem Gottesdienst feierte die Deutsche Seemannsmission am Montag ihr 140-jähriges Bestehen in der Hauptkirche St. Katharinen in Hamburg. Mehr als 150 geladene Gäste kamen zum anschließenden Empfang. Die Deutsche Seemannsmission ist der Dachverband von 33 Standorten im In- und Ausland.
„Hinter jedem Container, jedem Schiff und jeder Lieferkette stehen Menschen – und deshalb braucht die Kirche einen weiten Horizont – gerade auf See“, sagte Frank Kopania, Auslandsbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland. „Die Deutsche Seemannsmission lebt seit 140 Jahren aus dem Auftrag, hinzusehen, hinzugehen und an der Seite der Seeleute für ihre Würde und ihre Rechte einzustehen.“

„Ein Seemann sei keine Arbeitskraft, sondern zuallererst ein Mensch mit einer Familie, mit Hoffnungen und Ängsten und mit einer eigenen Geschichte. „Dass diese Menschen gesehen, gehört und in ihrer Würde geachtet werden, ist ein zutiefst christlicher Auftrag – und dafür steht die Deutsche Seemannsmission seit 140 Jahren“, so Kopania.
„Nur wenige Organisationen können auf 140 Jahre Geschichte und Dienst am Menschen zurückblicken“, sagte Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium. „140 Jahre, in denen sich die gesamte maritime Wirtschaft stetig und stark gewandelt hat.140 Jahre, in denen Kriege, Krisen und wirtschaftliche Umbrüche bewältigt werden müssen. 140 Jahre, in denen die Deutsche Seemannsmission von Generationen von Seeleuten ein verlässlicher Hafen geblieben ist. Das ist eine außergewöhnliche Leistung.“
Die Staatssekretärin erklärte, dass eine leistungsfähige Schifffahrt gute Rahmenbedingungen brauche, ebenso wie hohe Sicherheitsstandards und qualifizierte Fachkräfte. „Sie braucht aber ebenso den Blick auf Menschen, die tagtäglich dort arbeiten“, sagte sie. „Sie braucht Menschlichkeit.“
Stutz erinnerte daran, dass Menschlichkeit, Verantwortung und Nächstenliebe umso wichtiger seien, um die Herausforderungen, die es heute auch in der maritimen Wirtschaft gebe, erfolgreich zu meistern.

Eine der weltweit größten Charitys für Seeleute
Clara Schlaich, Präsidentin der Deutschen Seemannsmission, begrüßte mit Generalsekretär Matthias Ristau die Gäste. Schlaich warf in ihren Begrüßungsworten ein Schlaglicht auf die Situation der Seeleute inmitten von Sicherheitspolitik, Handelskriegen und Seuchenschutz: „Wie unter einem Brennglas wirken sich die Krisen der Welt schlagartig auf die Situation in den Häfen aus“, sagte sie. „Werden sie Gefängnisse für Seeleute oder zu einem verbindlichen Hafen? So ist es für mich ein Wunder und ein Segen, dass dieses weltweite Netz der Seemannsmission in den 140 Jahren immer funktioniert hat, sich entwickelte, sich professionalisierte und heute eine der weltweit größten Charitys für Seeleute ist.“
Anlässlich des Jubiläums überbrachte auch die International Christian Maritime Association (ICMA) ihre Glückwünsche. Die ICMA ist der weltweite Zusammenschluss von 27 christlichen NGOs, die sich um das Wohl von Seeleuten, Fischern und deren Familien kümmern.
„Letztendlich geht es dem Seemann nicht um das Logo auf einem Shirt. Seeleute müssen nur wissen, dass jemand da ist. Und das ist eine der großen Stärken der Seemannsmission“, sagte Tomi Toluhi, Geschäftsführerin der britischen Seemannsmission „The Mission to Seafarers“, die im Namen der ICMA gratulierte. „Wir feiern die unzähligen Schiffsbesuche. Wir feiern Gespräche. Wir feiern Reisen. Wir feiern Gesten der Gastfreundschaft. Wir feiern Betreuung in Krisenmomenten. Wir feiern die einfachen menschlichen Begegnungen, die nie in einem jährlichen Bericht erscheinen werden, aber die ein Seefahrer für den Rest seines Lebens erinnern wird. Im Namen aller bei ,The Mission to Seafarers‘ danke ich Ihnen allen, die Sie die Mission über die vergangenen 140 Jahre getragen haben und besonders all jenen, die die Seemannsmission in die Zukunft tragen. Lassen Sie die Deutsche Seemannsmission weiterhin ein Ort des Willkommens sein, ein Ort der Begeisterung, ein Ort der Empathie, ein Ort der Hoffnung für Seeleute.“
Auch der Hamburger Senat, vertreten durch Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard, beglückwünschte die Deutsche Seemannsmission. 140 Jahre gelebte Mitmenschlichkeit und Menschenliebe – mit der Zeit hätten sich die Arbeitsbedingungen, die Arbeit von Seeleuten und auch der Seemannsmission verändert, so Leonhard. „Geblieben ist die Notwendigkeit der Hinwendung zu den Menschen. Ein freundliches Wort, ein offenes Ohr, eine helfende Hand, ein bisschen Zuversicht und ein menschliches Gesicht, daran hat sich seit 140 Jahren nichts geändert, das wird weiter notwendig bleiben“, sagte die Senatorin.

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