Dörries Yachts plant neue Bauhalle in Stralsund

Das Bremer Schiffbauunternehmen Dörries Yachts erwägt den Bau einer neuen Halle auf dem Gelände der Stralsunder Volkswerft. Ursprünglich sollten die Pläne in Bremerhaven realisiert werden.
Kaje in Bremerhaven
Das Gelände neben der Heise-Werft in Bremerhaven (vor der Kajensanierung) war ursprünglich für Dörries Yachts reserviert (© Scheer)

Der Yachtbauer Dörries Yachts will auf dem maritimen Gewerbepark der Volkswerft in Stralsund eine große Schiffbauhalle errichten. Hierfür will das Unternehmen rund 20 Mio. € investieren.  So soll derzeit wohl der Erbbau-Pachtvertrag für eine 8.600 m2 große Fläche vor dem südlichen Helling vor dem Gebäude 900 ausgearbeitet werden. Dieses wurde am Rande einer nicht öffentlichen Sitzung des Werftausschusses der Hansestadt Stralsund bekannt. Nun muss noch die Bürgerschaft der Ostseestadt endgültig darüber entscheiden.

Die im Handelsregister in Bremerhaven eingetragene Dörries Werft GmbH & Co. KG, ein Unternehmen der Dörries Yachts-Gruppe aus Bremen, braucht für Konzeption, Konstruktion sowie Fertigung, Umbau und Wartung von zivilen Schiffen neue Produktionsflächen mit entsprechender schiffbaulicher Infrastruktur. Die Rede ist dabei von einer 20-Millionen-Investition. Hierzu soll eine 120 m lange und 35 m breite Halle erstellt werden, die Anschluss an das Schienennetz des bestehenden Schiffstransportsystems und damit Zugang zum Schiffslift der Werft benötigt, wie die Ostsee-Zeitung berichtete. Zusätzlich werden Lager- und Freiflächen benötigt. Weiter heißt es, dass mit dieser Ansiedlung der mittelständische Schiffbau in Stralsund gestärkt werde. Dörries Yachs soll sich wohl für den Standort in Stralsund entschieden haben, da es auch in Deutschland immer weniger geeignete Schiffbaufläche gebe.

Ambitionierte Pläne in Bremerhaven

Doch vor fünf Jahren hatte Dörries schon derartige Pläne in Bremerhaven vorgehabt, die wohl auch schon genehmigt waren. In direkter Nachbarschaft zur Heise Werft auf der Ostseite des Bremerhavener Fischereihafens wollte Dörries eigentlich ein Neubauprojekt, in der Größenordnung wie jetzt in Stralsund geplant, umsetzen. Hierfür musste seinerzeit im Eiltempo vom Hafenbetreiber Bremenports die 180 m lange Kaje mit der Bezeichnung „Kaje 82“ vor der Fläche für über 6 Mio. € saniert werden. Dieses Vorhaben ist schon seit einigen Jahren fertiggestellt, doch bis heute konnte man keine Bauaktivitäten auf dem Grundstück erkennen.

Dörries wollte insgesamt rund 16,5 Mio. € in Bremerhaven investieren. Dabei ging es um den Bau von zwei Produktionshallen für den Neubau von bis zu 120 m langen Yachten und die Errichtung eines Bürotrakts. Ziel war es im Rahmen des Neubauprojektes auch, die Vertriebsabteilung und die Buchhaltung, die sich in Bremen befinden, nach Bremerhaven zu holen. Auf der Homepage von Dörries Yachts werden noch immer die Projektzeichnungen für den Neubau in Bremerhaven veröffentlicht. Doch passiert ist bislang dort nicht. Inzwischen hat das Unternehmen sein bisheriges Bremerhavener Büro von der Hoebelstraße in ein Gewerbeobjekt in der Straße Am Lunedeich 147 verlegt, Insider berichten, dass es sich dabei wohl nur noch um eine Postadresse handeln könnte.

Zusammenarbeit mit Ostseestaal

Der Standort Stralsund kommt für Dörries nicht von ungefähr, arbeitet das im Yachtneubau- und Umbau tätige Unternehmen schon seit Jahren mit Ostseestaal zusammen. Somit könnte diese Geschäftsbeziehung in unmittelbarer Nachbarschaft nun ausgebaut werden. Zudem gibt es Überlegungen, mit der Errichtung der Schiffbauhalle auch den Firmensitz nach Stralsund zu verlegen.

Neben Dörries Yachts wird es kurzfristig noch zwei weitere neue Pächter für den Gewerbepark Volkswerft geben. Zum einen die Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt SLV. Hier sollen Aus- und Weiterbildungen starten. Die Volkswerft hatte früher schon eine eigene Schweißer-Lehrwerkstatt. Außerdem zieht die Firma Pumpentechnik aus Altefähr nach Stralsund um.

Dörries hat nach eigenen Angaben rund 30 feste Mitarbeiter. Diese leiten die Projekte und kümmern sich um die Bauaufsicht bei Neubauten und Umbauten. Viele Zulieferer sind dabei beteiligt, Dörries kauft Leistungen hinzu. Yachtbau hat viel mit Handarbeit und Maßarbeit zu tun. Bis zu 250 Mitarbeiter waren im Einsatz, als die über 100 m lange Mega-Yacht „Ulysses“ von Dörries im Fischereihafen in Bremerhaven ausgestattet wurde. Das Kernsegment, dass das Unternehmen seit 2014 bedient, sind bis zu 60 m lange Yachten. In Deutschland ist das eine Marktlücke.

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