„Global Mercy“ startet nächsten Einsatz in Ghana

Die „Global Mercy“ ist im Hafen von Tema in Ghana eingelaufen. An Bord des größten Hospitalschiffs der Welt sollen für zehn Monate kostenlose Operationen angeboten werden.
Menschen an Bord eines Schiffs, zu sehen ist die Flagge von Ghana
Die „Global Mercy“ lief für einen zehnmonatigen Einsatz im Hafen von Tema ein (© Mercy Ships)

Nach ihrem jüngsten Einsatz in Sierra Leone und der planmäßigen jährlichen Wartung ist die „Global Mercy“ nun zu ihrem nächsten Einsatz eingetroffen. Mercy Ships arbeitet mit der Regierung von Ghana zusammen, um die Behandlungen zu ermöglichen. „Gesundheit ist kein Luxus, sondern das Fundament der Freiheit“, sagte Ghanas Präsident John Dramani Mahama bei der Begrüßung des Schiffs. „Sie ist die Währung unserer Würde. Sie ist unser wichtigstes öffentliches Gut; daher freue ich mich sehr, Mercy Ships in Ghana willkommen zu heißen.“

Obwohl Ghana über eines der leistungsfähigsten Gesundheitssysteme Westafrikas verfügt – gestärkt durch den ehrgeizigen, 2024 eingeführten nationalen Plan für Chirurgie, Geburtshilfe und Anästhesie (NSOAP) –, stoßen Millionen von Menschen weiterhin auf Hindernisse beim Zugang zu rechtzeitiger, sicherer und bezahlbarer chirurgischer Versorgung. Chirurgische Fachkräfte sind nach Aussage von Mercy Ships weiterhin ungleichmäßig verteilt, und Bezirkskrankenhäuser kämpfen mit Kapazitätsengpässen. Dies führe dazu, dass viele Patienten mit leicht behandelbaren Leiden leben müssen, da ihnen der Zugang zu chirurgischen Eingriffen verwehrt bleibt.

„Die Entwicklung dieses Plans (NSOAP) steht im Einklang mit unseren übergeordneten Zielen für den Gesundheitssektor“, sagte Kwabena Mintah Akandoh, Gesundheitsminister von Ghana. „Er stellt sicher, dass wesentliche chirurgische, geburtshilfliche und anästhesiologische Leistungen in Ghanas Strategie zur allgemeinen Gesundheitsversorgung integriert werden. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit, zur wirksamen Behandlung von Traumafällen sowie zur Stärkung der Notfall- und Intensivmedizin im ganzen Land.“

Hospitalschiff „Global Mercy“
Hospitalschiff „Global Mercy“ (© Mercy Ships)

Fünfter Einsatz in Ghana

Mercy Ships ist bereits zum fünften Mal in Ghana aktiv. Der Einsatz der „Global Mercy“ ermöglicht nicht nur kostenlose chirurgische Eingriffe, sondern verbindet sie mit Aus- und Weiterbildungen, Mentoring und der Förderung von Fachkräften im Land. Patienten aus ganz Ghana wurden dazu aufgerufen, sich für die Spezialeingriffe zu bewerben – darunter Operationen bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Tumorentfernungen, Grauer-Star-Operationen, plastisch-rekonstruktive Eingriffe, Behandlungen von Geburtsfisteln, kinderorthopädische Operationen sowie allgemeinchirurgische Eingriffe.

„Die Rückkehr nach Ghana ist die Fortsetzung einer vertrauensvollen Partnerschaft“, sagte Michael Nkeze, Landesdirektor von Mercy Ships für Ghana. „Gemeinsam mit dem Gesundheitsministerium und unseren nationalen Partnern investieren wir nicht nur in lebensverändernde Operationen für die heutigen Patienten, sondern auch in leistungsfähigere chirurgische Systeme, von denen künftige Generationen profitieren werden.“

Seit der ersten Ankunft in Ghana im Jahr 1991 arbeitet Mercy Ships eng mit der Regierung des Landes zusammen. Gemeinsam wurden mehr als 2.670 chirurgische Eingriffe und über 18.120 zahnärztliche Behandlungen durchgeführt, mehr als 2.920 Fachkräfte im Gesundheitswesen geschult und fast 15.000 Menschen direkt medizinisch versorgt.

Die Besatzung von Mercy Ships besteht aus ehrenamtlichen Fachkräften aus mehr als 70 Ländern, darunter Chirurgen, Pflegekräften, Anästhesisten, Technikern, Lehrkräften, Köchen und Seeleuten. Auch ghanaische Freiwillige spielen – wie schon in der Anfangszeit der Organisation – eine entscheidende Rolle in der Besatzung; einige von ihnen gehören schon seit Langem dazu.

„Tiefer Sinn in meiner Arbeit“

Zu diesen Freiwilligen zählt die Krankenhausseelsorgerin „Mama“ Clementine, eine der am längsten dienenden Mitarbeiterinnen von Mercy Ships. Sie kam in den 1990er Jahren erstmals mit der Organisation in Kontakt und schloss sich 1997 der Besatzung an. Mit ihren Wurzeln in Ghana und Togo ließ sie sich von Freiwilligen aus aller Welt inspirieren, die ihr Leben in den Dienst der Hilfe für ihr Volk gestellt hatten.

„Vor fast 30 Jahren hat Mercy Ships mein Herz erobert“, sagt Clementine. „Zu sehen, wie Menschen aus der ganzen Welt zusammenkommen, um Afrika zu dienen, hat mich dazu inspiriert, mein eigenes Leben dieser Mission zu widmen. Heute fühlt sich die Rückkehr nach Ghana wie ein Nachhausekommen an. Es ist ein Privileg, meinem eigenen Volk zu dienen und jeden Patienten mit Würde, Mitgefühl und Hoffnung zu empfangen. Wenn Menschen, die sich einst vergessen oder verlassen fühlten, mit dem Wissen gehen, dass sie geliebt, angenommen, respektiert und wertgeschätzt werden – genau darin finde ich den tiefen Sinn meiner Arbeit.“

„Africa Mercy“ vor Madagaskar

Die 174 m lange und 28,6 m breite „Global Mercy “ wurde in China gebaut. Das 37.000 t schwere Schiff kostete über 200 Mio. $. Es gilt als das größte jemals speziell als Hospitalschiff gebaute Schiff der Welt.

Das zweite Hospitalschiff der Organisation, die 152 m lange „Africa Mercy“, liegt derzeit zum sechsten Mal vor Madagaskar vor Anker. Mercy Ships hatte das Schiff – gebaut im Jahr 1980 als Eisenbahnfähre „Dronning Ingrid“ – 1999 durch Spenden erworben und umbauen lassen.

Die Organisation plant außerdem den Bau eines dritten Hospitalschiffs nach Vorbild der „Global Mercy“. Es soll zusammen mit MSC und der MSC Foundation entstehen. Weitere Informationen finden Sie auf mercyships.org.

Bleiben Sie mit WhatsApp immer auf dem Laufenden!

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal und erhalten Sie eine Auswahl unseres umfangreichen Nachrichten-Angebots direkt auf Ihr Smartphone. Scannen Sie einfach den QR-Code mit Ihrem Handy oder klicken Sie – falls Sie bereits mobil unterwegs sind – auf diesen Link.
Verwandte Themen
Weitere Themen
Daily & Breaking News

Wir liefern werktäglich aktuelle Schlagzeilen und Updates.