Tag der Seeleute: VDR fordert Respekt und Wertschätzung

Jedes Jahr am 25. Juni ruft die International Maritime Organization (IMO) zum Internationalen Tag der Seeleute auf.
Diesmal steht der Tag unter dem Motto „My Harassment-Free Ship“ – ein Aufruf für Respekt, Sicherheit und ein Arbeitsumfeld ohne Belästigung oder Diskriminierung. Gaby Bornheim, Präsidentin des Verbands Deutscher Reeder (VDR), lobt die vielen Bereiche der Branche, in der diese Werte bereits gelebt werden – sieht aber auch Nachholbedarf. [ds_preview]
„Seeleute leisten Außergewöhnliches. Ohne sie wäre weder der globale Handel noch die Versorgung der Welt mit Rohstoffen, Bedarfsgütern oder Energie denkbar“, so Bornheim. „Diese Leistung verdient Respekt, braucht aber auch Rahmenbedingungen, die Fairness, Sicherheit und Würde gewährleisten.“
Mit der diesjährigen Kampagne „My Harassment-Free Ship“ rücke die IMO laut Ansicht des VDR ein wenig sichtbares, aber äußerst wichtiges Thema in den Vordergrund: Mobbing, Diskriminierung und sexuelle Belästigung. Studien zeigen, dass solche Vorfälle nicht nur in Industriebetrieben an Land, sondern leider auch an Bord von Handelsschiffen vorkommen können. Ziel der internationalen Initiative ist es deshalb, auf Schiffen ein Klima zu fördern, in dem gegenseitiger Respekt selbstverständlich ist und Belästigung keinen Platz hat.
VDR-Präsidentin: „Arbeit auf See darf niemals entwürdigend sein“
„Jeder Mensch hat das Recht auf ein sicheres, respektvolles und unterstützendes Umfeld, auch auf unseren Handelsschiffen“, so Bornheim weiter. „Die große Mehrheit in unserer Branche lebt diese Werte bereits. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam klare Haltung zeigen – dort, wo es noch Nachholbedarf gibt.“

Die IMO stellt dazu auf einer interaktiven Plattform Beispiele guter Praxis vor, verweist auf Unterstützungsangebote der Flaggenstaaten und bietet Informationen zu Meldewegen und Schutzmechanismen.
„Die Arbeit auf See ist international, technisch anspruchsvoll und einzigartig – sie verlangt Können, Verantwortung und Teamgeist“, sagte die VDR-Präsidentin. „Aber sie darf niemals entwürdigend oder unsicher sein. Die Kampagne ›My Harassment-Free Ship‹ ist ein wichtiges Signal – für eine moderne, verantwortungsvolle Schifffahrt, die die Menschen an Bord in den Mittelpunkt stellt.“
Wie grundlegend die Rolle der Seeleute für unser tägliches Leben ist, bringt Bornheim abschließend auf den Punkt: „Wer morgens den Kaffee aus Brasilien trinkt, das Handy aus Asien nutzt oder auf Arzneimittel aus Indien angewiesen ist, verdankt das in erster Linie den Seeleuten. Sie verdienen Anerkennung – nicht nur heute.“

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