KR und HD Hyundai entwickeln 3D-basierte Klassenzulassung

Das Korean Register (KR) und HD Hyundai Heavy Industries (HD HHI) wollen gemeinsam ein neues Zulassungsverfahren entwickeln, bei dem 3D-Schiffsmodelle direkt für die Klassifikationsprüfung genutzt werden können.
HD Hyundai
Werft von HD Hyundai Heavy Industries: Stealth Maritime wird mit zwei weiteren MR-Produktentankern in Verbindung gebracht (© HD Hyundai Heavy Industries)

Eine entsprechende Absichtserklärung haben beide Unternehmen auf der Gastech 2026 in Bangkok unterzeichnet. Ziel des Projekts ist ein sogenannter „3D Model-Based Approval“-Prozess (3DMBA) für den strukturellen Schiffsentwurf.

Während Werften bei der Konstruktion inzwischen weitgehend mit dreidimensionalen Modellen arbeiten, müssen für die Klassenzulassung vielfach weiterhin separate 2D-Zeichnungen erstellt werden. KR und HD HHI wollen diesen zusätzlichen Arbeitsschritt künftig vermeiden und die bereits vorhandenen Daten aus den 3D-Konstruktionsmodellen unmittelbar für Prüfung und Freigabe verwenden.

HD HHI stellt dafür 3D-Schiffsmodelle und zugehörige Konstruktionsdaten bereit. Zudem soll das Verfahren im Rahmen realer Neubauprojekte erprobt werden. KR wiederum will den Prüfungsumfang sowie Anforderungen und Kriterien für die 3D-basierte Zulassung definieren und einen Prozess entwickeln, mit dem die Einhaltung der Klassifikationsvorschriften direkt anhand des Modells bewertet werden kann.

„3D-Modelle sind bereits zum Standard im Schiffsentwurf geworden, für die Zulassung müssen jedoch weiterhin separate Zeichnungen erstellt werden“, erklärte Hong-ryul Ryu, Senior Executive Vice President und CTO von HD HHI. Das gemeinsame Projekt sei ein erster Schritt, um Doppelarbeit zu reduzieren und Konstruktionsdaten künftig direkt in den Klassifikationsprozess zu überführen.

KR-Executive-Vice-President Daeheon Kim bezeichnete den Wechsel von 2D-Zeichnungen zu 3D-Modellen als „wichtige Transformation“ der Klassenzulassung. Auf Basis realer Konstruktionsdaten solle ein praxistaugliches Verfahren entstehen, das sowohl für Werften als auch für Klassifikationsgesellschaften Effizienzgewinne ermöglicht.

Nach Abschluss des Projekts wollen KR und HD HHI das Verfahren auf weitere Schiffstypen und Neubauprojekte ausweiten. Langfristig soll daraus ein breiter einsetzbares digitales Zulassungsmodell für den Schiffbau entstehen.

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