
Der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) fordert deutlich eine Beibehaltung des gesetzlich verankerten Ausbauziels von 70 Gigawatt (GW) Offshore-Windenergie bis 2045.
Angesichts der energie- und industriepolitischen Herausforderungen wäre eine Absenkung des Ziels volkswirtschaftlich kurzsichtig, heißt es in einem aktuellen Statement.[ds_preview]
Für mehr Kosteneffizienz beim Ausbau schlägt der BWO drei Maßnahmen vor: Kooperation mit Nachbarländern, längere Betriebsdauern und flexiblere Realisierungsfristen.
„Offshore-Wind ist die tragende Säule einer erfolgreichen Energiewende und der industriellen Transformation. Die aktuelle Ziele-Debatte ist eine Scheindebatte. Wer heute den Ausbau einkürzt, mag beim Netzausbau sparen – wird aber langfristig deutlich höhere Kosten für den Energieimport und eine strategische Abhängigkeit zahlen müssen“, betonte BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm.
Offshore-Windenergie liefere zuverlässig große Mengen Stroms und trage wesentlich zur Stabilität des Energiesystems bei. „Die Windenergie auf See ist subventionsfrei und darüber hinaus auch die einzige Erzeugungstechnologie, die mit Milliardenerlösen aus Ausschreibungen zur Finanzierung des Stromnetzausbaus beiträgt“, so Thimm.
Den Ausbau der Offshore-Windenergie bezeichnet er als industriellen Standortvorteil. Für die Lieferkette seien aber klare Perspektiven entscheidend, um Investitionen und Produktionskapazitäten planbar auf- und auszubauen. „In dem Maß, in dem wir aufgrund zu geringen Ausbaus unsere Energieversorgung nicht selbständig gewährleisten können, machen wir uns abhängig von teuren Wasserstoff- und LNG-Importen. Deshalb dürfen wir jetzt nicht beim Offshore-Wind-Ausbau nachlassen. Wichtig ist, dass wir in der kommenden Legislatur stärker auf Effizienz setzen.“ Man dürfe nicht den Fehler machen, kurzfristige Herausforderungen mit langfristiger Mutlosigkeit zu beantworten.
Für die nächste Legislatur empfiehlt der BWO, die Kosteneffizienz beim Offshore-Wind-Ausbau durch eine Reihe von Maßnahmen weiter zu steigern:
- Kooperation mit Nachbarländern: Flächeneffiziente Offshore-Windparks in Nachbarländern könnten zukünftig auf das nationale Ausbauziel angerechnet werden, wenn sie unmittelbar an das deutsche Netz angeschlossen sind. Besonders im Fokus: Dänemark
- Längere Betriebsdauer: Die neue Bundesregierung sollte zudem eine längere Betriebsdauer von Offshore-Windparks erlauben. Dies würde helfen, Netzanbindungen und Windparks länger zu nutzen und Netzentgelte und Stromkosten für die Kunden senken.
- Flexiblere Realisierungsfristen: Die aktuelle Ausbauplanung sieht einen Ausbaupeak zum Ende dieses Jahrzehnts vor. Daraus könne eine Knappheit bei Komponenten resultieren und damit verbunden sehr hohe Kosten beim Ausbau.