Seven Seas Navigator, Residenzschiff, Wohnschiff, Kreuzfahrt
"Seven Seas Navigator" (© Eckardt)

Der Trend zu privaten Luxuskreuzfahrtschiffen, den so genannten Residenzschiffen, hält an: ein aktuelles Projekt betrifft die „Seven Seas Navigator“.

Neben einem Projekt der kroatischen Brodsplit-Werft für das Unternehmen Storylines und der „Dark Island“, die von dem schottischen Unternehmen Clydebuilt für eine Ablieferung im Frühjahr 2028 geplant wird, erscheint mit Crescent Seas nun ein weiterer Anbieter auf dem Markt, der schon Ende 2026 die ersten Reisen anbieten will.[ds_preview]

Wie die zur amerikanischen Norwegian Cruise Line Holding (NCLH) gehörende Luxusreederei Regent Seven Seas Cruises jetzt mitteilte, wird das dort älteste eingesetzte Schiff der Flotte, die „Seven Seas Navigator“, im Herbst 2026 das Unternehmen verlassen. Es soll umfangreich in ein luxuriöses Residenzschiff für das Unternehmen Crescent Seas umgebaut werden und anschließend als „Navigator“ in Fahrt kommen.

Nach Brancheninformationen soll der Verkaufspreis dabei rund 230 Mio. $ betragen. Der geplante umfassende Umbau im Herbst 2026 auf einer bislang noch nicht genannten Werft wird mit rund 50 Mio. $ beziffert. Anschließend wird das Schiff über 210 private Residenzen verfügen, deren Preise zwischen 750.000 und 8 Millionen US-Dollar, je nach Lage und Größe, liegen. Zu den Annehmlichkeiten für die „Bewohner“ gehören ein Butler-Service für alle Einheiten und ein Starlink-Internetanschluss für Homeoffice oder Fernunterricht. Der Verkauf der Residenzen beginnt schon Anfang April 2025.

Luxus-Service für „Bewohner“

Crescent Heights ist ein US-amerikanischer Immobilienentwickler und hat sich auf die Entwicklung, den Besitz und den Betrieb architektonisch einzigartiger, gemischt genutzter Hochhäuser in Großstädten der USA spezialisiert. In den nächsten fünf Jahren sollen vier weitere Luxusresidenzschiffe in Fahrt kommen.

Die Übergabe des Schiffes steht auch vor dem Hintergrund, dass in den nächsten vier Jahren noch zwei Neubauten der Prestige-Klasse in die Flotte bei Regent integriert werden. „Wir waren noch nie so begeistert von der Zukunft der Marke Regent Seven Seas Cruises“, heißt es in der Erklärung weiter. Die neuen Schiffe böten „noch mehr Möglichkeiten, die Welt zu sehen“.

Die 170 m lange „Seven Seas Navigator“ wurde 1999 auf der T. Mariotti-Werft unter Verwendung eines unfertigen Rumpfes eines russischen Forschungsschiffes umgebaut.

Im 1988 war auf der Admiralitätswerft im damaligen Leningrad (heute St. Petersburg) die Kiellegung für das sowjetische Forschungsschiff „Akademik Nikolay Pilyugin“ für die sowjetische Marine erfolgt. Erst drei Jahre später, im August 1991, erfolgte der Stapellauf und aufgrund mangelnden Interesses inmitten des Umbruchs und Auflösung der ehemaligen Sowjetunion wurde der Weiterbau dann an diesem Schiff gänzlich eingestellt.

Im Frühjahr 1998 erwarb Seven Sea Cruises den unfertigen Kasko und lies ihn bis zum Sommer 1999 in Italien fertigstellen. Das Luxusschiff mit Platz für derzeit noch 490 Gäste.

Auch in Deutschland zeigte sich das Luxusschiff mehrfach, nicht nur auf regulären Kreuzfahrten in Hamburg und Warnemünde, sondern in der Zeit vom 14. November bis zum 13. Dezember 2009 auch für umfangreiche Modernisierungsarbeiten auf der Lloyd Werft Bremerhaven. Während dieser Zeit wurde das Schiff auch vier Meter länger, durch den Anbau eines so genannten Ducktail und seitlicher Sponsons. Diese seinerzeit von BVT gefertigten Stahlelemente, insgesamt 180 Tonnen im Bereich der Wasserlinie, dienen dabei zur Stabilitätsverbesserung.       (CE)