Harren und SAL taufen Orca-Neubau „Patricia“ in Rostock

Die „Patricia“ ist nach Ansicht der Bundesregierung ein Beispiel dafür, dass moderne Technik die Schifffahrt“ leistungsfähiger, effizienter und emissionsärmer.“ macht. Entsprechend war früh nach der Bestellung bekannt gemacht worden, dass Berlin den Einbau des innovativen Antriebssystems mit rund 3,2 Mio. € gefördert.

Christian Hirte, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr sagte jetzt anlässlich der Taufe: „Die ‚Patricia‘ zeigt, was gezielte Förderung bewirken kann: Wir bringen moderne und emissionsärmere Antriebstechnik in die Schifffahrt und machen damit Innovation konkret. Zugleich leistet das Schiff einen wichtigen Beitrag für den Ausbau der Offshore-Windenergie, indem es die dafür benötigten Komponenten transportiert. Besonders freut mich, dass auch die maritime Industrie in Deutschland davon profitiert: Die beiden Schwerlastkrane an Bord kommen von Liebherr aus Rostock. So verbinden wir Innovation mit Investitionen und stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung an unserem maritimen Industriestandort.“
Die „Patricia“ ist das dritte von insgesamt fünf Schiffen der Orca-Klasse und auf den Transport besonders schwerer und großer Güter spezialisiert. Zum Einsatz kommt das Schiff unter anderem für die Logistik der Offshore-Windindustrie und den Transport von Komponenten für Windenergieanlagen.
An Bord befinden sich zwei vollelektrische Schwerlastkrane mit jeweils 800 t Hubkraft. Entwickelt und gefertigt wurden sie von Liebherr in Rostock.
Für einen effizienten und emissionsärmeren Betrieb verfügt die „Patricia“ über ein hybrides, methanolfähiges Dual-Fuel-Antriebssystem mit Batteriespeicher. Ein Landstromanschluss ermöglicht zudem den emissionsfreien Betrieb des Schiffes im Hafen.
Die Schiffe der Serie wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Joint-Venture-Partner Jumbo Shipping (Schiedam, Niederlande) entwickelt. Sie messen 149,9 m x 27,2 m bei einer Tragfähigkeit von 14.600 tdw. Außerdem verfügen sie über Eisklasse 1A, eine Polarcode-Zertifizierung und eine reduzierte Auslegungstemperatur von Rumpf und Ausrüstung.
Zwei speziell für diesen Schiffstyp konzipierte vollelektrische 800-t-Liebherr-Kräne können Ladungsteile mit einem Gewicht von bis zu 1.600 t im Tandem umschlagen. Trotz der hohen Kransockel von über 11 m bleiben die Gesamthöhe des Krans und damit der Tiefgang des Schiffes bei 38 m, heißt es aus der Reederei. Das Design wurde von von SAL Heavy Lift in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Schiffbau an der Technischen Universität Hamburg-Harburg entwickelt. Insbesondere seien die Rumpfform und das Antriebssystem optimiert worden. Bei einer Dienstgeschwindigkeit von 15 kn sollen die Schiffe deutlich weniger als 20 t Kraftstoff pro Tag verbrauchen. Die maximal mögliche Geschwindigkeit liegt bei 18,5 kn.
Die Förderung des BMV erfolgte im Rahmen der Richtlinie zur nachhaltigen Modernisierung von Küstenschiffen (NaMKü). Insgesamt unterstützt das BMV über das Programm 51 Vorhaben mit einem Fördervolumen von 53,6 Mio. €. Ziel ist es, „die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen maritimen Wirtschaft zu stärken und gute Rahmenbedingungen für Investitionen in moderne Schiffe und Antriebstechnologien zu schaffen“.

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