HGK legt Resilienzstrategie für Binnenschifffahrt vor

Die in Köln ansässige Binnenreederei HGK Shipping hat zuletzt bis zu 1.000 moderne Binnenschiffe für Europa gefordert. Nun legt das Unternehmen mit einer umfassenden Strategie für die Branche nach.
Binnentankschiff „Gas 94“ auf einem Fluss
Die „Gas 94“ der HGK Shipping ist eines der wenigen niedrigwasseroptimierten Binnenschiffe (© HGK Shipping)

In der jetzt veröffentlichten „Resilienzstrategie Wasserstraße und Flotte 2035“ zeigt die HGK-Gruppe auf, wie die Modernisierung der Binnenschifffahrt und der Ausbau der Wasserstraßen gemeinsam vorangetrieben werden können. Mit der Forderung nach bis zu 1.000 modernen Güterbinnenschiffen in Europa bis 2035 hatte die HGK bereits im August einen Impuls für die Erneuerung der europäischen Flotte gesetzt.

„Niedrigwasser wird zum immer größeren Risiko für Deutschlands industrielle Lieferketten. Deshalb müssen wir auch in der Binnenschifffahrt über einzelne Maßnahmen hinausdenken“, sagt Steffen Bauer, CEO der HGK-Gruppe. „Eine moderne Flotte ersetzt nicht die Modernisierung unserer Wasserstraßen – und eine leistungsfähige Wasserstraße allein macht eine überalterte Flotte nicht resilient. Deutschland braucht beides.“

Bis zu 2,5 Mrd. € jährlich für Wasserstraßen

Steffen Bauer, CEO der Häfen und Güterverkehr Köln AG
Steffen Bauer, CEO der Häfen und Güterverkehr Köln AG (© HGK)

Aus Sicht der HGK – dem größten Binnenschifffahrtsunternehmen Europas – braucht es einen langfristigen politischen Rahmen mit zwei Schwerpunkten: verlässliche Investitionen in die Wasserstraßeninfrastruktur durch den Staat und eine beschleunigte Modernisierung der Binnenschiffsflotte.

Für die Bundeswasserstraßen sieht das Konzept einen legislaturübergreifend gesicherten Investitionsrahmen von mindestens 2,5 Mrd. € jährlich vor. Parallel dazu soll die Erneuerung der europäischen Güterbinnenschiffsflotte beschleunigt werden.

Die HGK empfiehlt, dass Deutschland die Anschaffung von rund 350 modernen Neubauten bis 2035 unterstützen sollen. Damit leiste man einen Beitrag zum europäischen Ziel von bis zu 1.000 Schiffen, um weiterhin eine resiliente Binnenschifffahrt auf Europas Flüssen gewährleisten zu können.

400 Mio. € für den Schiffbau

Für die schiffsbauliche Säule schlägt HGK ab 2027 einen Investitions- und Förderrahmen von mindestens 400 Mio. € jährlich vor. Damit sollen die zusätzlichen Kosten für zukunftsfähige Antriebe und Niedrigwassertauglichkeit abgefedert werden.

Das Konzept konkretisiert laut HGK, welche Investitionen gefördert werden sollten und welche Kriterien dafür gelten. Im Mittelpunkt stehen nachweisbare Mehrkosten für zusätzliche Resilienz und Zukunftsfähigkeit – neben der Niedrigwasserfähigkeit sowie energieeffizienten und zukunftsfähigen Antriebssystemen sind das etwa auch Automatisierungs- und Remote-Technologien. Die Kosten eines konventionellen Basisschiffes verbleiben nach dem Konzept beim Investor; öffentliche Mittel sollen gezielt den Technologiesprung unterstützen und privates Kapital mobilisieren.

Weitere Meldungen rund um das Thema Niedrigwasser sowie die Binnenschifffahrt im Allgemeinen finden Sie auf unserer Schwesterpublikation binnenschifffahrt-online.de

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