Zero44 bringt Modul für Carbon Insetting auf den Markt

Es sei „die branchenweit erste Software, die regulatorische Compliance und Entscheidungen rund um Carbon Insetting in einer einzigen Lösung zusammenführt“, teilte das 2022 als Start-up in Berlin gegründete Unternehmen heute mit.
Carbon Insetting ermöglicht es Schiffsbetreibern, Emissionsminderungen aus dem Einsatz emissionsarmer Kraftstoffe direkt an Befrachtungskunden zu verkaufen, die ihre eigenen Scope-3-Emissionen senken wollen. „Im Container- und Bulk-Segment ist das bereits gängige Praxis. Für die Schiffsbetreiber ist Carbon Insetting die einzige Möglichkeit, die Emissionsminderungen aus dem Einsatz emissionsarmer Kraftstoffe direkt an diejenigen Kunden zu verkaufen, die davon profitieren, und so einen Teil der höheren Kraftstoffkosten auszugleichen. Über FuelEU Maritime ist das nicht möglich“, so Zero44 weiter mit Blick auf die vieldiskutierte EU-Regelung.

Der Haken dabei ist nach Ansicht von Experten die sogenannte „Additionality“: Emissionsminderungen, die auf dem freiwilligen Markt verkauft werden, dürfen nicht zugleich auf die FuelEU-Ziele angerechnet werden. Bisher mussten Reedereien diese Trennung manuell in Tabellen verwalten. Dabei hielten sie die für das Insetting reservierten Mengen getrennt von den für die FuelEU Compliance genutzten Mengen. Und das über eine ganze Flotte hinweg, für die sich Preise und Compliance-Salden täglich ändern.
Zero44 will mit seinem Modul diese manuelle Arbeit überflüssig machen. Es basiert den Angaben zufolge auf denselben Daten aus Bunker Delivery Notes und Proof of Sustainability, die Reedereien ohnehin für ihr Compliance-Reporting nutzen. Für jede Kraftstoffmenge zeigt es den Wert eines möglichen FuelEU-Surplus im Vergleich zum Wert eines alternativen Insetting-Zertifikats, auf Basis aktueller Preise für Überschüsse und Insets an.
Sobald ein Schiffsbetreiber eine Kraftstoffmenge dem Insetting zuordnet, zieht Zero44 sie automatisch vom FuelEU-Compliance-Saldo des Schiffs ab. So soll der FuelEU-Surplus, der für Carbon Insetting genutzt statt per Banking in einen späteren Berichtszeitraum übertragen werden soll, zum Reporting-Zeitpunkt immer korrekt ausgewiesen werden. Die zugrunde liegenden Daten lassen sich direkt an das von der Reederei gewählte Carbon-Insetting-Register übertragen. Doppelte Dateneingaben zwischen den Systemen entfallen.
Friederike Hesse, Mitgründerin und Geschäftsführerin von Zero44, sagt: „In jeder Tonne emissionsarmen Kraftstoffs, in die eine Reederei investiert, steckt Geld, das sie wieder hereinholen kann: entweder über FuelEU-Surplus oder über Carbon Insetting. Allerdings bringen normalerweise nicht beide Wege einen gleich hohen Erlös. Unsere Kunden können jetzt für jeden Bunkervorgang sehen, welcher Weg zum jeweiligen Zeitpunkt mehr einbringt, und entsprechend handeln. So können sie einen Teil ihrer ohnehin anfallenden Kosten für emissionsarme Kraftstoffe in Umsatz verwandeln, auf den sie bisher verzichtet haben.“
Das Carbon-Insetting-Modul sei bereits „bei einer führenden globalen Reederei“ im Einsatz, die ihr Insetting-Programm mit 123Carbon verwaltet. 123Carbon ist ein breit eingesetztes unabhängiges Carbon-Insetting-Register der Branche und Integrationspartner von Zero44.

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