Jan de Nul packt weiteres Spezialschiff ins Orderbuch

Die belgische Reederei Jan de Nul geht erneut auf den Neubau-Markt und bestellt ein weiteres Schiff für die Kabelverlegung. Damit hat das Unternehmen mittlerweile sechs Einheiten im Orderbuch.
Jan de Nul
© Jan de Nul

Bereits im März hatte der Wasserbau- und Offshore-Spezialist den Bau der „Isambard K. Brunel“ angekündigt – eines Spezialschiffs für Grabenarbeiten, das dafür konzipiert wurde, Kabel sicher im Meeresboden zu vergraben. Nun erhält dieses Schiff eine Schwester: und zwar eine exakte Kopie, die die Kapazitäten der Reederei, die auch im Bagger-Segment aktiv ist, weiter ausbauen soll. Die Trenching Support Vessels sind mit einem sogenannten Trencher ausgestattet sind: Unterwasserroboter zur Verlegung von Kabel im Meeresboden. Die Besatzung steuert die Roboter vom Deck aus und ermöglicht so die Verlegung der Kabel in bis zu fünf Metern Tiefe unter dem Meeresboden.

„Energieunabhängigkeit steht weltweit ganz oben auf der Agenda. Dies erfordert nicht nur eine ausreichende Energieerzeugung, sondern auch eine Infrastruktur, die den Strom effizient transportieren kann. Aus diesem Grund baut Jan De Nul seine Kapazitäten für die Verlegung und den Schutz von Unterwasser-Energiekabeln massiv aus“, heißt es seitens der Belgier zur Begründung des Auftrags. Diese Kabel seien entscheidend, um Offshore-Energie an Land zu bringen und Stromnetze miteinander zu verbinden.

Mit diesem jüngsten Auftrag befinden sich derzeit fünf Schiffe von Jan De Nul für die Verlegung und den Schutz von Unterwasser-Energiekabeln im Bau. Dazu gehören zwei XL-Kabelleger, ein XL-Schiff für die Gesteinsverlegung zum Schutz der Kabel sowie nun zwei Schiffe, die speziell für das sichere Vergraben von Kabeln im Meeresboden ausgelegt sind – sogenannte Trenching Support Vessels. Insgesamt wächst die Flotte auf vierzehn Schiffe für diese Arbeiten.

Wouter Vermeersch, Direktor für den Bereich Unterwasserkabel und Offshore-Energie bei Jan De Nul, kündigte an, dass die beiden Kabelleger bald auf den Markt kommen: Die „Fleeming Jenkin“ hat ihre ersten Probefahrten absolviert und befindet sich nun in der Endphase der Bauarbeiten. Die „William Thomson“ soll „in Kürze“ folgen. „Die Investition in Schiffe, die diese Kabel im gleichen Tempo schützen können, ist der logische nächste Schritt. Bereits im vergangenen Jahr haben wir den Bau des Gesteinsverlegeschiffs „George W. Goethals“ angekündigt, das Kabel und andere Energieinfrastrukturen mit einer Gesteinsschicht schützt. Mit der „Isambard K. Brunel“ und diesem neuen Schwesterschiff nehmen wir zudem zwei Schiffe für das Vergraben von Kabeln im Meeresboden in unsere Flotte auf.“

Wie alle neueren Schiffe von Jan De Nul soll auch der Neubau mit der sogenannten ULEv-Technologie (Ultra-Low Emission Vessel) ausgestattet werden. Diese Technologie filtert den Angaben zufolge bis zu 99% der Nanopartikel aus den Abgasen und reduziert den Ausstoß von Schadstoffen. Die Schiffsmotoren können mit Biokraftstoff betrieben werden. Zudem seien sie für den künftigen Betrieb mit Methanol ausgelegt.

Schließlich arbeitet Jan De Nul auch am Umbau eines bereits vorhandenen Schiffes, der „Henry Darcy“. Sie wird von einem Baggerschiff zu einem kompakten Spezialschiff für Grabenarbeiten umgebaut. An Bord wird ein Unterwasserroboter namens „Crayfish“ platziert, der auf das Verlegen von Kabeln in flachen Gewässern spezialisiert ist.

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