Matthias Ristau ist neuer Vorsitzender der International Christian Maritime Association

Ristau ist beim regionalen Treffen der christlichen Seemannsmissionen in Dublin zum Vorsitzenden der ICMA gewählt worden. Die ICMA (International Christian Maritime Association) ist der weltweite, ökumenische Dachverband christlicher Hilfsorganisationen und Seemannsmissionen, die sich für das Wohlergehen von Seeleuten, Fischern und deren Familien einsetzen. Ristau tritt damit die Nachfolge von Mark Nestlehutt an, der diese Position in den vergangenen zwei Jahren innehatte.
„Für uns ist Seemannsmission ohne weltweite ökumenische Zusammenarbeit gar nicht denkbar. Deshalb bringe ich mich gerne bei der ICMA ein. Deutschland ist an Handel und Schifffahrt stark beteiligt, da beteiligen wir uns auch gerne an der weltweiten Verantwortung für das Wohlergehen der Seeleute“, sagte Ristau.
Seit Jahren setzt sich der DSM-Generalsekretär für Seeleute ein und erhebt immer wieder seine Stimme. Zu den Themen, die ihn umtreiben, gehört auch der Landgang – beziehungsweise die Nicht-Möglichkeit eines Landgangs in bestimmten Fällen. „Wenn man Menschen an ihrem Arbeitsplatz einsperrt, ist das eigentlich ein Verstoß gegen die Menschenrechte, das ist die Definition von Zwangsarbeit und das darf es in der Schifffahrt nicht geben“, sagte Ristau vor einiger Zeit im HANSA-Gespräch.
Nach seiner Wahl zum ICMA-Vorsitzenden ermutigte er die Mitglieder, beim Besuch von Schiffen und im Kontakt mit Seeleuten offener über die ICMA zu sprechen. Obwohl einzelne Seemannsmissionen ihre eigenen Identitäten und Traditionen hätten, seien sie durch eine breite christliche Gemeinschaft verbunden, die eine Zusammenarbeit über Häfen hinweg ermögliche. Ristau nannte das Beispiel eines deutschen Seemanns, der auf der Reise zu einem US-amerikanischen Hafen Unterstützung benötigte.
Dank des ICMA-Netzwerks reiste ein Kollege gut 50 km weit, um dem Seemann zu helfen. Für Ristau verdeutlicht dies die praktische Bedeutung von Beziehungen innerhalb der ICMA. Keine einzelne Organisation könne jeden Hafen bedienen, aber durch gegenseitiges Kennen und Vertrauen könnten Seemannsmissionen sicherstellen, dass Seeleute überall dort Hilfe erhielten, wo ihre Reisen sie hinführten. Ristau erinnerte die Teilnehmer daran, dass christliche Seemannsmissionen stärker seien, wenn sie zusammenarbeiteten.
Die Deutsche Seemannsmission ist ICMA-Gründungsmitglied seit 1969. Deshalb ist der Generalsekretär qua Amt eines von acht ICMA-Vorstandsmitgliedern. Über ihre Mitgliedsorganisationen vernetzt die ICMA Seelsorger, Schiffsbesucher und Sozialarbeiter, die in rund 800 Häfen weltweit tätig sind. Verwurzelt im christlichen Glauben und in der ökumenischen Zusammenarbeit, fördert die ICMA die Zusammenarbeit, die berufliche Weiterentwicklung und den Austausch von Ressourcen zwischen maritimen Seelsorgeeinrichtungen. Über die ICMA erhalten Seeleute aller Nationalitäten und Glaubensrichtungen praktische, seelsorgerische und spirituelle Unterstützung.

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