Reederei Cadeler kauft Menck aus Kaltenkirchen für 500 Mio. €

Die börsengelistete Reederei – ehemals Teil der asiatischen Swire-Gruppe – betreibt die nach eigenen Angaben größte Flotte von Jack-up-Schiffen für die Installation von Windenergieanlagen auf See. In den vergangenen Jahren gab es einige große Investitionen, vornehmlich in die Flotte. So wurde erst gestern ein Auftrag für neue Schiffe bekannt gemacht.
Heute folgt die Ankündigung der Übernahme der Firma Menck, die als „führender Anbieter von Spezialausrüstung und Technologielösungen für die Installation von Offshore-Fundamenten“ beschrieben wird. So wollen die Dänen das Ziel erreichen, „der bevorzugte Partner der Offshore-Windbranche zu sein“ und sich im Bereich Transport und Installation (T&I) weiterzuentwickeln.
Verkäufer ist der britische Acteon-Konzern. Die Transaktion basiert auf einem vereinbarten Unternehmenswert von 501 Mio. €, Vertragsunterzeichnung und Vollzug (Closing) sollen nach Erhalt aller erforderlichen behördlichen Genehmigungen folgen, heißt es in einem Statement. Genutzt wird „vorhandene Liquidität“ sowie eine Akquisitionsfinanzierung in Höhe von 380 Mio. €, die von der DNB Bank und der Rabobank bereitgestellt wurde. Es ist zudem geplant, diese Akquisitionsfinanzierung durch langfristige Finanzierungsmittel sowie den operativen Cashflow abzulösen, heißt es offiziell.
Menck soll als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden. So soll die Firma mit Hauptsitz in Kaltenkirchen sowie Standorten in Hamburg, Singapur, Cornwall (Großbritannien) und Cork (Irland) weiterhin Kunden im gesamten Offshore-Windenergiesektor bedienen, einschließlich anderer Installationsunternehmen. Die Wahrung der eigenständigen Marktidentität und der geschäftlichen Positionierung von Menck sei ein wesentlicher Bestandteil der Transaktionsstrategie. Zum Portfolio werden hydraulische Schlaghämmern sowie Kompetenzen in den Bereichen Lärmminderung, Bohren, Verpressen (Grouting) gezählt.
Durch das erweiterte Lösungsangebot könne man einen ganzheitlichen und integrierten Ansatz bei der Projektabwicklung bieten. CEO Mikkel Gleerup sagte: „Offshore-Windprojekte nehmen in Umfang und technischer Komplexität stetig zu, weshalb eine zuverlässige Projektabwicklung wichtiger denn je ist. Menck hat sich in mehr als 150 Jahren einen hervorragenden Ruf als vertrauenswürdiger Anbieter von geschäftskritischer Ausrüstung für die Fundamentinstallation und als Experte für Ingenieurleistungen erworben.“ Durch die Zusammenführung von Mencks Ingenieurkompetenzen und Cadelers Expertise in der Offshore-Installation wolle man „sich ideal ergänzende Stärken“ kombinieren.
Jochem Scherpenisse, Executive Vice President bei Menck Marine Foundations, nannte die Übernahme „ein spannendes neues Kapitel“ für das Unternehmen. „Cadeler wird die finanzielle Flexibilität von Menck stärken, um die Umsetzung unseres weiteren Wachstumsplans zu unterstützen und zu beschleunigen. In diesem Rahmen plant Menck für Anfang 2027 die Einführung einer neuartigen Technologie, der die normgerechte Installation von extrem großen Fundamenten für Offshore-Windkraftanlagen ermöglichen soll“, so Scherpenisse weiter.

Bleiben Sie mit WhatsApp immer auf dem Laufenden!









