„Nichts passiert“: BLG-Manager Hosseus kritisiert Hafenfinanzierung des Bundes

„Wäre ich nicht zuversichtlich, wäre ich nicht in diesem Geschäft, aber es ist ziemlich mühsam“: Daniel Hosseus, Executive Vice President des Bremer Hafenlogistikkonzerns BLG, spricht exklusiv über die Hafenpolitik des Bundes und die Wachstumspläne der BLG.
Daniel Hosseus – Executive Vice President Global Public Affairs des Bremer Hafen- und Logistikkonzerns BLG
Daniel Hosseus – Executive Vice President Global Public Affairs des Bremer Hafen- und Logistikkonzerns BLG – zu Gast beim HANSA PODCAST (© HANSA/Wygand)

Hosseus ist nach Stationen unter anderem beim Verband Deutscher Reeder (VDR) und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) seit rund einem Jahr Executive Vice President Global Public Affairs bei der BLG. In der neuen Episode des HANSA PODCASTs erläutert er, wie der Konzern – der auch 50%iger Anteilseigner am Containerterminalbetreiber Eurogate ist – seine Stimme in die nationale und internationale Politik einbringt.

Jetzt kostenlos die aktuelle Folge des HANSA PODCASTs hören: Hier oder auf SpotifyDeezerPodimoApple Podcast oder Youtube.

Wie ist aus seiner Sicht die Bundespolitik für die Häfen einzuordnen? „Ins Machen kommen“ bleibe Thema, so Hosseus. Die im vergangenen Jahr verkündete 1,35-Mrd.-€-Spritze für Bremerhaven habe mit den Grundanliegen der Seehafen fast nichts zu tun, sagt er, begründet seine Ansicht und beziffert den Investitionsrückstau.

Nach der Nationalen Maritimen Konferenz im Mai sei noch nicht wirklich etwas passiert. Hosseus berichtet, was aus der höchsten Bundespolitik auf der Tonspur gesagt und zugestanden wird, woran es jedoch hakt. Unter anderem: „Ich persönlich halte das Argument Verfassungswidrigkeit für nicht richtig. Wo ein Wille ist, müsste auch ein Weg sein“, sagt Hosseus und erläutert, woran es seiner Ansicht nach in der Politik scheitert.

Das vieldiskutierte Thema „Resilienz“ die das Mitdenken von Sicherheitsthemen im Geschäft ist für die BLG nicht neu. Hosseus spricht in diesem Zusammenhang davon, wie man seit dem Ende des 2. Weltkriegs als Dienstleister für verschiedene militärische Streitkräfte arbeitet, etwa für die US Army – aber auch, welche neue Herausforderungen es diesbezüglich gibt.

Neben dem Aspekt „Politik“ hat die BLG ehrgeizige geschäftliche Pläne: „Wir begreifen uns als ein Unternehmen auf Wachstumskurs. Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Wir wollen der größte paneuropäische Hafen- und Logistikdienstleister sein“, sagt Hosseus und spricht über potenzielle Wachstumsmärkte und mögliche Expansionen.

Letztes Jahr wurde das zweitbeste Ergebnis der 150-jährigen Unternehmensgeschichte eingefahren. Dazu hat der Containerbereich einen ganz wesentlichen Beitrag geleistet. „Tatsächlich sind wir dabei, diese Aktivitäten auszubauen“, so Hosseus, der auf Eurogate-Aktivitäten, die Westerweiterung in Hamburg, gemeinsame Investitionen mit Maersk und die Suche nach internationalen Wachstumsmöglichkeiten eingeht. Auch zum Automobilumschlag in Bremerhaven und Hamburg äußert er sich ausführlich.

Weil der Konzern allein in Deutschland 60 Terminals betreibt, sind Infrastrukturprojekte im gesamten Bundesgebiet von Interesse für die Verantwortlichen. Deshalb ist die Infrastrukturfinanzierung für die BLG auch so wichtig. „Geht das voran? Woher kommt das Geld? Und dann ist man immer wieder ganz schnell beim Thema Hafeninfrastrukturfinanzierung. Da können wir nicht locker lassen, denn da muss viel passieren.“

Hören Sie hier die komplette Episode. Daniel Hosseus spricht darin unter anderem auch über:

  • seinen Einstieg bei der BLG
  • seine Hoffnung und Erwartung zur Weservertiefung
  • den Ausbau der „politischen Präsenz“ der BLG
  • die Aktivitäten im deutschen Hinterland
  • die Aktivitäten im Ausland
  • „Dedicated Terminals“ für Auto- und Container-Umschlag
  • Pläne für das „High & Heavy“-Geschäft
  • Bremerhaven als „größte Autowerkstatt Europas“
  • Investitionen und Expansion
  • den Wandel in Automobilindustrie und die Folgen für die BLG
  • Wachstumspläne für Eurogate
  • was Bremerhaven Hamburg voraus hat

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