Ex-Kanzleramt-Manager wird COO bei Marine-Schiffbauer TKMS

Das milliardenschwere Auftragsbuch soll „ordnungsgemäß abgearbeitet werden: Dafür holt der Marine-Schiffbauer TKMS Andreas Görgen in den Vorstand. Der neue COO bringt einige politische Erfahrung mit.
Andreas Görgen (© TKMS)

Die zuständigen Aufsichtsratsgremien haben Görgen – bislang im Aufsichtsrat vertreten – als weiteres Vorstandsmitglied und Mitglied der Geschäftsführung der TKMS Gruppe bestellt, wie der Kieler Marine-Schiffbauer mitteilte. Er soll als Chief Operations Officer (COO) seine Tätigkeit zum 15. Mai aufnehmen. Im Top-Management stößt er dann zu CEO Oliver Burkhard, CFO Paul Glaser, CHRO Angelika Kambeck und CTO Dirk Steinbrink.

Offizielle Aufgabenbeschreibung ist „die ordnungsgemäße Abarbeitung des Orderbuchs von derzeit rund 20 Mrd. € sicherzustellen“. Darüber hinaus soll er sich beim Thema Technologieentwicklung und beim Ausbau der Produkt-Pipeline einbringen sowie für TKMS mögliche neue Partnerschaften zur internationalen Weiterentwicklung sondieren und etablieren.

Aufsichtsratschef Volkmar Dinstuhl wird in dem Statement zitiert: „Wir freuen uns sehr, einen international erfahrenen Top-Manager für die anstehenden, verantwortungsvollen und herausfordernden Zukunftsthemen gewonnen zu haben, der TKMS als ehemaliges Aufsichtsratsmitglied zudem bereits sehr gut kennt.“

Görgen bringt dabei auch einige politische Erfahrung mit in den neuen Job ein. Der promovierte Jurist und Absolvent der französischen Ecole Nationale d’Administration arbeitet seit 20 Jahren mit europäischem Fokus an den Schnittstellen zwischen Industrie und Verwaltung: Nach mehreren Jahren im Bundeskanzleramt folgte er dem heutigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ins Auswärtige Amt, wo er die Schwerpunktthemen Industrie- und Kulturpolitik sowie Rüstungsexport und Außenwirtschaft betreute.

Im weiteren Verlauf seiner beruflichen Karriere verantwortete Görgen den Energie-Sektor von Siemens: zunächst in Frankreich, anschließend übergreifend in Südwesteuropa. Nach der Rückkehr ins Auswärtige Amt – und anschließend ins Kanzleramt – leitete er die Behörde der Beauftragten für Kultur und Medien. Danach wechselte er zur Firma Sprind nach Leipzig. Dort gestaltete er die Zusammenarbeit mit der französischen Banque Publique d’Investissement sowie strategische Themenkomplexe und Projekte in den Bereichen Innovation, Sicherheit sowie Verteidigung. In diesen Zeitraum fiel auch sein Engagement als Mitglied des Aufsichtsrates von TKMS.

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