Grimaldi nimmt größten PCTC-Neubau in die Flotte auf

Die neue „Grande Pacifico“ bietet Platz für 9.800 CEU und ist für eine spätere Umrüstung auf Ammoniakantrieb vorbereitet. Das Design ist eine Weiterentwicklung der ersten fünf vom selben Schiffbauunternehmen abgelieferten Autotransporter mit einer Kapazität von jeweils 9.000 CEU (Car Equivalent Units). Die neue Baureihe bietet eine höhere Ladekapazität und soll zugleich Verbesserungen bei Energieeffizienz, Technik und Umweltverträglichkeit erreichen.
Die „Grande Pacifico“ ist 220 m lang und 38 m breit. Sie verfügt über 95.534 BRZ und erreicht eine Dienstgeschwindigkeit von 18 kn. Auf insgesamt 15 Decks kann das Schiff bis zu 9.800 CEU aufnehmen. Gegenüber den vorherigen Einheiten steigt die Ladekapazität damit um rund 9 %. Neben Elektrofahrzeugen und Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb kann der Neubau auch mit komprimiertem Erdgas (CNG) betriebene Fahrzeuge transportieren.
Für Ammoniakantrieb vorbereitet
Das italienische Klassifikationsunternehmen Rina hat der „Grande Pacifico“ die Klassennotation „Ammonia Ready“ erteilt. Das Schiff ist damit für eine spätere Umrüstung auf den Betrieb mit Ammoniak vorbereitet. Darüber hinaus erhielt der Neubau unter anderem die Klassennotationen „Green Plus“, „Green Star 3“, „Comfort Vibration“ und „Comfort Noise Port“.
Nach Angaben der Grimaldi Group kann die „Grande Pacifico“ ihren Kraftstoffverbrauch gegenüber Autotransportern der vorherigen Generation um 50% reduzieren. Das Schiff ist mit Lithiumbatterien mit einer Gesamtkapazität von 5 MWh ausgestattet und für die Versorgung mit Landstrom in entsprechend ausgerüsteten Häfen vorbereitet. Dies soll während der Liegezeit einen lokal emissionsfreien Betrieb ermöglichen.
Zur technischen Ausstattung gehören außerdem 2.500 m² Solarpaneele, intelligente Energiemanagementsysteme, eine reibungsreduzierende Silikonbeschichtung des Rumpfes, ein Luftschmiersystem und eine optimierte Rumpfform. Hinzu kommt ein sogenanntes Gate-Rudder-System, das die Effizienz des Antriebs und die Manövrierfähigkeit verbessern soll.
Der elektronisch gesteuerte Hauptmotor verfügt über Systeme zur Abgasnachbehandlung. Diese reduzieren nach Angaben des Unternehmens die Emissionen von Schwefeloxiden (SOx), Feinstaub (PM) und Stickoxiden (NOx). Die NOx-Emissionen sollen deutlich unter den Grenzwerten der IMO-Stufe Tier III liegen.
Jungfernreise im Asien-Europa-Dienst
Der Name des Neubaus verweist auf die wachsende Präsenz der Grimaldi Group im Pazifik. Das Unternehmen hat sein dortiges Netz regelmäßiger Schifffahrtsdienste für die Automobilindustrie und den Transport rollender Ladung in den vergangenen Jahren ausgebaut.
Die „Grande Pacifico“ soll ihre Jungfernreise im Asien-Europa-Dienst absolvieren und in den kommenden Tagen den chinesischen Hafen Taicang mit Ziel Antwerpen und Southampton verlassen. Für die erste Fahrt sind mehr als 6.900 Fahrzeuge sowie über 900 laufende Meter rollende Ladung vorgesehen.
Mit der Ablieferung setze die Grimaldi Group ihre Investitionen in größere, effizientere und für künftige Kraftstoffe vorbereitete Schiffe fort, erklärte Managing Director Emanuele Grimaldi. Die neue Baureihe verbinde eine höhere Ladekapazität mit größerer betrieblicher Flexibilität.
Die familiengeführte Grimaldi Group mit Sitz in Neapel betreibt eine Flotte aus mehr als 130 Einheiten und beschäftigt rund 21.000 Menschen. Das Unternehmen ist auf RoRo-Schiffe, Autotransporter und Fähren spezialisiert. Zur Gruppe gehören unter anderem Finnlines, Grimaldi Euromed, Atlantic Container Line und Minoan Lines.

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