HANSA-Forum 2026: Zusammen Kurs auf morgen setzen

Seit dem letzten November hat sich in der Welt – und damit auch der Welt der Schifffahrt – einiges getan. Die Weltpolitik ist heute eine andere, doch ruhiger ist es nicht geworden. Mit dem Beginn des Irankriegs und der Sperrung der Straße von Hormus haben sich Handelsströme erneut verschoben, nachdem zuletzt die Angriffe der Huthi im Roten Meer für Chaos gesorgt hatten. Bedrohungen aus dem virtuellen Raum haben zugenommen, ebenso wie durch unbemannte Waffensysteme. Gleichzeitig bleibt die Dekarbonisierung ein hochrelevantes Thema: Neue Antriebstechnologien versprechen nicht nur weniger CO2-Emissionen, sondern langfristig auch finanzielle Vorteile – wäre da nicht die unsichere Regulierung, zumal eine einheitliche Vorgabe der IMO bislang aussteht.
Mit Veränderung kommen jedoch nicht nur neue Herausforderungen, sondern auch Chancen, die beim diesjährigen HANSA-Forum beleuchtet werden wollen. Wohin geht es für die Schifffahrt? In welchen Märkten liegt noch Wachstum, und woher kommen die nötigen Mittel, um es zu realisieren? Zum mittlerweile 28. Mal trifft sich die Branche im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg, um sich auszutauschen und einen gemeinsamen Kurs zu finden.
Sicherheit in ungewissem Fahrwasser
Einer der Schwerpunkte wird in diesem Jahr das Thema »Sicherheit« sein. So soll unter anderem Deutschlands Lage in der maritimen Weltpolitik näher beleuchtet werden: Wo liegen die Stärken der größten Volkswirtschaft Europas, wo ihre Schwächen, und von wem ist Deutschland im Krisenfall abhängig? Neben einem Blick auf die Marine soll es auch darum gehen, was für Reeder dafür spricht, eine europäische oder gar die Deutsche Flagge für ihre Flotte zu wählen – und was vielleicht dagegen.
Auch für die internationale Schifffahrt ist die Lage auf den Meeren weiterhin alles andere als sicher. Der Krieg im Mittleren Osten hat nicht nur zu einer Erhöhung der Kraftstoffpreise geführt, sondern bringt schwerwiegende Konsequenzen für Betreiber und Besatzungen gleichermaßen mit sich. Im Rahmen des Forums werden die Experten ihren Blick außerdem auch auf andere – teils vermeintlich unsichtbare – Krisenherde richten.
Es darf diskutiert werden
Ein neues Format der Veranstaltung ist diesmal das »Zwiegespräch«: Alexander Geisler, Geschäftsführer des ZVDS, wird gemeinsam mit Malte Siegert, dem 1. Vorsitzenden des NABU-Landesverbands Hamburg, über die Nachhaltigkeit in der Schifffahrt sprechen. Ist die Branche auf einem guten Weg, oder muss noch mehr passieren, um sowohl die Zukunft der Industrie als auch die Umwelt zu schützen? Zwei unterschiedliche Positionen teilen sich hier eine Bühne, um Antworten zu finden.
Regelmäßig richtet das HANSA-Forum seinen Fokus auf ein spezielles Segment der Schifffahrt. War es im letzten Jahr die Offshore-Industrie, soll es diesmal um den Bereich Shortsea gehen. Nach einer Übersicht zu aktuellen Trends und Entwicklungen kommen namhafte »Player« aus der Branche zu Wort, um einen direkten Einblick in ihre Pläne für die nächsten Jahre zu geben.
Woher kommt das Geld, und wo geht es hin?
Wenn es um Planung geht, darf man bekanntermaßen nie das Geld aus den Augen lassen. Mark Frese, CFO der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd, wird dem Publikum präsentieren, wie der Containerriese sich für die kommenden Jahre rüstet, um auch weiterhin schwarze Zahlen schreiben zu können. Woher das Kapital für neue Chancen kommen soll, diskutieren im Anschluss Experten aus der Finanzwelt.
Zum Abschluss des Tages wird auch diesmal der »HANSA Maritime Excellence Award« verliehen. Die Jury zeichnet dabei eine Persönlichkeit oder ein Unternehmen aus, die oder das sich durch seine Arbeit in der maritimen Industrie besonders hervorgetan hat. Zu den Preisträgern bisher gehören Nikolaus P. Schües, CEO der Reederei F. Laeisz sowie Präsident der Bimco, Wilke Briese und Frank Dreyer von der Reederei Briese aus Leer, sowie die Mediterranean Shipping Company (MSC) – die größte Reederei der Welt.
Das HANSA-Forum findet am 26. November 2026 ab 9:45 Uhr im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg statt. Alle Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter: hansa-online.de/hansaforum

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