Reeder bringen maritime Sicherheit vor UN-Sicherheitsrat

ICS-Chef Thomas A. Kazakos hat vor dem Hintergrund der kritischen Sicherheitslage im Mittleren Osten vor dem UN-Sicherheitsrat gefordert, die Schifffahrt nicht zur Geisel der Politik zu machen.
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Thomas A. Kazakos, Generalsekretär der International Chamber of Shipping (ICS) bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrat (© ICS)

In seiner Rolle als Generalsekretär der globalen Reederei-Organisation International Chamber of Shipping (ICS), hat Kazakos gestern vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in New York gesprochen. Dabei ging es um die entscheidende Bedeutung des Schutzes der maritimen Sicherheit, der Freiheit der Schifffahrt und des etablierten internationalen Rechtsrahmens für die Weltmeere.

Die ICS war eingeladen worden, im Rahmen eines von Bahrain einberufenen Treffens des UN-Sicherheitsrates nach der sogenannten „Arria-Formel“ zu referieren; den Vorsitz führte der bahrainische Außenminister Abdullatif Al Zayani. Bei diesem Treffen kamen UN-Vertreter und geladene Gäste zusammen, um die sich verschlechternde Sicherheitslage auf See vor dem Hintergrund verschärfter geopolitischer Spannungen zu erörtern, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der Sicherheitslage im Persischen Golf lag.

Bei Treffen im sogenannten Arria-Format handelt es sich um informelle Zusammenkünfte, die es Einzelpersonen und Organisationen ermöglichen, in einen direkten Dialog mit Mitgliedern des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UNSC) zu treten. Als Vertreter der internationalen Schifffahrtsbranche legte Kazakos die tiefgreifenden Auswirkungen dar, die Unsicherheit auf See für Seeleute, Schiffe, den Welthandel und die internationale Wirtschaft insgesamt hat.

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Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nimmt die Schifffahrt erneut auf die Agenda (© Pixabay)

Der ICS-Generalsekretär betonte das Grundprinzip der Freiheit der Schifffahrt und erklärte: „Die Fähigkeit von Handelsschiffen, internationale Wasserstraßen sicher, berechenbar und ohne unnötige Behinderungen zu befahren, ist für das internationale Seerecht und das globale Handelssystem von entscheidender Bedeutung … Die Schifffahrt darf nicht zur Geisel gemacht werden.“

„Die aktuelle Lage in der Straße von Hormus und der umliegenden Region verdeutlicht die Relevanz dieses Themas. Es handelt sich um eine der weltweit wichtigsten Lebensadern des internationalen Handels; über sie wird etwa ein Viertel des weltweiten Öltransports auf dem Seeweg sowie ein erheblicher Anteil an LNG und Düngemitteln abgewickelt. Die anhaltenden Störungen sind außergewöhnlich.“

Die Sicherheit auf See ist derzeit auch in den deutschen Sicherheitsbehörden ein wichtiges Thema. Und es hat offenbar Auswirkungen auf den Blick der Reeder auf die deutsche Flagge, wie Einflaggungsmanager Christian Bubenzer aus der BG Verkehr des Bundesverkehrsministeriums exklusiv gegenüber der HANSA ausgeführt hat.

Die ICS unterstrich, dass Handelsschiffe und ihre Besatzungen nicht zum Spielball umfassenderer politischer oder militärischer Konflikte werden dürfen und dass die etablierten internationalen Regeln für die Schifffahrt geachtet werden müssen.

Schifffahrt bietet im Sicherheitsrat Zusammenarbeit an

„Meerengen dürfen nicht zu Orten werden, an denen die Handelsschifffahrt gezwungen ist, Genehmigungen einzuholen, über die Durchfahrt zu verhandeln oder willkürliche Beschränkungen zu akzeptieren, nur weil geopolitische Spannungen eskaliert sind. Dies ist kein Privileg, das je nach politischer Großwetterlage gewährt oder entzogen werden kann.“
Das Treffen bot dem Reederei-Vertreter zudem Gelegenheit, auf die menschlichen Auswirkungen der sich verschlechternden Sicherheitslage hinzuweisen.

„Seeleute transportieren Lebensmittel, Energie, Medikamente, Rohstoffe und lebenswichtige Güter zu Gemeinschaften in aller Welt. Sie sind Zivilisten. Sie sind keine Konfliktparteien in geopolitischen Auseinandersetzungen, und ihr Wohlergehen ist von größter Bedeutung.“ Zum Abschluss seiner Rede plädierte Thomas Kazakos für eine Rückkehr zur Freiheit der Schifffahrt. Er bekräftigte den Standpunkt, dass internationale Meerengen nicht zu mautpflichtigen Durchfahrten werden dürfen und dass weder Handelsschiffe noch Seeleute als Geiseln genommen werden dürfen.

Die International Chamber of Shipping (ICS) ist der führende weltweite Wirtschaftsverband für Eigner und Reeder von Handelsschiffen; sie vertritt alle Sektoren und Handelsbereiche sowie nach eigenen Angaben mehr als 80 % der weltweiten Handelsflotte und ist damit eine wichtige Stimme für die Branche in der Politik. Entsprechend positiv war die Einladung aufgenommen woirden: „Die International Chamber of Shipping begrüßte die Gelegenheit, die Mitglieder des Sicherheitsrats zu informieren, und bekräftigte das Engagement der Schifffahrtsbranche für die Zusammenarbeit mit Regierungen und internationalen Organisationen, um die maritime Sicherheit zu stärken und die Prinzipien zu wahren, auf denen der Welthandel beruht“, sagte Kazakos.

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