Vier weitere MEKO-Fregatten erhalten „grünes Licht“ im Haushaltsausschuss

Das Beschaffungsprogramm für die MEKO A-200 DEU soll auf acht Einheiten erweitert werden. TKMS will dafür die bestehenden Fertigungsstrukturen nutzen. Die erste Fregatte soll Ende 2029 an die Deutsche Marine gehen.
Fregatte des Typs MEKO A-200 DEU (© Rendering: TKMS)
Fregatte des Typs MEKO A-200 DEU (© Rendering: TKMS)

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat die Beschaffung von vier weiteren Fregatten des Typs „MEKO A-200 DEU“ gebilligt. Das teilte TKMS am Donnerstag mit. Die Entscheidung betrifft eine vertraglich vereinbarte Option und schafft die Voraussetzung, das bislang vier Einheiten umfassende Programm auf acht Schiffe zu erweitern.

Die ersten vier Fregatten sind bereits beauftragt, die Umsetzung des Programms läuft. Nach Angaben von TKMS handelt es sich um den bislang größten Überwasser-Auftrag des Unternehmens. Die erste Einheit soll Ende 2029 an die Deutsche Marine übergeben werden. Die weiteren Schiffe sollen nach aktueller Planung in einem engen Liefertakt folgen. Konkrete Ablieferungstermine nennt TKMS dafür nicht.

Mit der Erweiterung will das Unternehmen die Serienfertigung auf deutschen Werften langfristig fortsetzen. Die zusätzlichen Einheiten sollen auf den Strukturen, Prozessen und Lieferketten des laufenden Programms aufbauen. Die größere Planungssicherheit soll es Werften und Zulieferern ermöglichen, ihre Kapazitäten auf den längerfristigen Bedarf auszurichten.

TKMS-Chef Oliver Burkhard verweist darauf, dass das Unternehmen gemeinsam mit seinen Partnern bereits vor der Entscheidung Voraussetzungen für die Serienfertigung geschaffen habe. „Jetzt können wir die Serie zügig fortsetzen und damit einen wichtigen Beitrag leisten, eine drohende Fähigkeitslücke der Deutschen Marine schnellstmöglich zu schließen“, sagte Burkhard.

Auch bei den zusätzlichen Fregatten plant TKMS eine breite Beteiligung der deutschen maritimen Industrie. Geprüft werde zudem, wie Kapazitäten bei Werften und Zulieferern eingebunden werden können, die nach Unternehmensangaben durch das Ende des „F126“-Programms frei geworden sind. Eine solche Einbindung müsse den vertraglichen Vorgaben des Auftraggebers entsprechen. Konkrete Unternehmen oder Standorte nennt TKMS dazu nicht.

Technische Plattform: Bewährtes Design mit deutscher Konfiguration

Die MEKO A-200 DEU basiert auf der weltweit exportierten MEKO-A-200-Plattform, die TKMS bereits an Südafrika, Algerien und Ägypten geliefert hat. Die deutsche Ausführung wird jedoch mit nationalen und europäischen Sensoren, Waffen und Führungssystemen ausgestattet, mit besonderem Schwerpunkt auf U-Boot-Jagd-Fähigkeiten (ASW – Anti-Submarine Warfare). Die exakte Systemkonfiguration der MEKO A-200 DEU ist noch nicht im Detail freigegeben.

Plattformdaten:

  • Länge: ca. 121 m
  • Breite: ca. 16,3–16,4 m
  • Tiefgang: ca. 4,4 m
  • Verdrängung: ca. 3.700–3.950 t voll beladen (deutlich kleiner als die F 126 mit ca. 10.000 t)
  • Besatzung: 120–150 Personen (Kernbesatzung), Unterbringung für bis zu 180–200 Personen

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