SMM: Anschütz präsentiert einen neuen Kompass

Auf der diesjährigen SMM hat Anschütz erstmals den Standard 100 MF vorgestellt und damit den nächsten Entwicklungsschritt seines Kreiselkompass-Portfolios präsentiert.
Der neue Kompass wird auf der SMM 2026 ausgestellt © Anschütz
Der neue Kompass wird auf der SMM 2026 ausgestellt © Anschütz

Das neue System wurde am Anschütz-Stand live gezeigt und stieß bei Reedereien, Werften und Partnern auf Interesse, die nach zuverlässigen, wartungsfreien Lösungen für die Kursbestimmung in der kommerziellen Schifffahrt suchen.

Mit dem Standard 100 MF überträgt Anschütz Vibrationskreisel-Prinzipien, die von bewährten Hemispherical-Resonator-Gyro-(HRG)-Systemen wie dem Standard 30 MF abgeleitet sind, auf ein breiteres Spektrum kommerzieller Schiffe. Das System nutzt diese bewährten Prinzipien in einem vereinfachten Design mit geringer Komplexität und soll im täglichen Betrieb stabile und zuverlässige Kursinformationen liefern. Dies soll eine lange Lebensdauer und gleichbleibende Leistung ohne regelmäßige Wartung gewährleisten.

Der Standard 100 MF ist für die Integration sowohl in Neubauten als auch in Retrofit-Projekte ausgelegt. Er nutzt denselben CAN-Bus wie der Standard 22 NX und der Standard 30 MF und kann dadurch mit nur sechs Leitungen in bestehende Kreiselkompass-Systeme integriert werden. Standardisierte Schnittstellen, eine unkomplizierte Inbetriebnahme und die Kompatibilität mit bestehenden Brückensystemen sollen Installation und Integration an Bord erleichtern.

Die Kommunikation entspricht etablierten maritimen Standards, darunter IEC 61162-450 für Ethernet-Netzwerke, IEC 62923 für das Brückenalarmmanagement sowie IACS UR E27 für Cybersicherheit.

Neben Kursinformationen liefert der Standard 100 MF weitere Bewegungsdaten wie Roll- und Stampfbewegungen und kann damit das Situationsbewusstsein und den Schiffsbetrieb unterstützen.

Nach Angaben von Anschütz macht die wartungsfreie Konstruktion regelmäßige Servicearbeiten überflüssig und reduziert den betrieblichen Aufwand. Das System ist darauf ausgelegt, unter realen maritimen Betriebsbedingungen stabile und vorhersehbare Kursinformationen zu liefern. Gleichzeitig soll die vereinfachte Systemarchitektur langfristige Stabilität und Haltbarkeit unterstützen. Anschütz verweist zudem auf niedrige Lebenszykluskosten und ein für den flottenweiten Einsatz ausgelegtes Verhältnis von Investitions- und Betriebskosten.

Bei Neubauten und Retrofit-Projekten soll sich der Standard 100 MF unkompliziert in bestehende Brückenumgebungen integrieren lassen. Neben den Kursinformationen können die verfügbaren Roll- und Stampfdaten zusätzliche Informationen für das Situationsbewusstsein an Bord liefern.

Mit der Markteinführung macht Anschütz die wartungsfreie Vibrationskreisel-Technologie einem breiteren Segment der kommerziellen Flotte zugänglich. Nach der Vorstellung auf der SMM soll der Standard 100 MF 2027 auf den Markt kommen.

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