Der neue Vorstand der VDMA-Fachgruppe Motoren und Systeme (Foto: VDMA)
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Die Maritime Energiewende und Power-to-X sind die Kernthemen auf der Agenda des VDMA Motoren und Systeme. Der Fachverband im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau sieht eine Zukunft in synthetisch hergestellten Kraftstoffen.

Potenziale und Herausforderungen einer umfassenden Energiewende standen im Zentrum von Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung des VDMA Motoren und Systeme am 21. und 22. Februar bei Gastgeber Caterpillar Motoren in Rostock, auf der zudem ein neues Präsidium gewählt wurde.

In seiner konstituierenden Sitzung wählte der Vorstand am Vortag der Mitgliederversammlung das Präsidium. Uwe Lauber (MAN Diesel & Turbo) übernimmt den Vorsitz, Axel Kettmann (ABB Turbo Systems) und Andreas Lippert (GE Jenbacher) wurden zu Stellvertretern gewählt. Der Vorstand setzt für seine anstehende Amtszeit einen klaren Fokus. »Mit der Maritimen Energiewende und Power-to-X als Kernthemen haben wir zentrale Punkte der Energiewende auf der Agenda«, betont Lauber und ergänzt: »Die Industrie bietet bereits heute viele der notwendigen Technologien an und steht nun bereit, gemeinsam mit Politik und Öffentlichkeit, über deren Einsatz und Weiterentwicklung in Dialog zu treten.«

Power-to-X-Technologien werden ihren Markt finden

Mit der Initiative »Maritime Energiewende« hatte der Fachverband bereits im vergangenen Jahr die Diskussion angestoßen, wie die Schifffahrt ihren Beitrag für einen erfolgreichen Klimaschutz im Geiste des Pariser Abkommens leisten kann. Die Herstellung und Verwendung synthetisch hergestellter Treibstoffe mit Hilfe von »Power-to-X«-Verfahren kann aus Sicht des Verbandes langfristig eine Abkehr von fossilen Kraftstoffen und ein klimaneutrales Wirtschaften ermöglichen. Der Maschinenbau sei Lieferant und Anwender der hierfür notwendigen Technologien und Lösungen.

»Es ist davon auszugehen, dass Power-to-X-Technologien ihren Markt finden werden. Deshalb initiiert der VDMA die Plattform ›Power-to-X for Applications (P2X4A)‹ und wird so gemeinsam mit Industrie und Wissenschaft an der Realisierung und Anwendung dieser Technologien arbeiten«, erklärt Peter Müller-Baum, Geschäftsführer VDMA Motoren und Systeme.

»Die Welt wird elektrischer«

Thorsten Herdan, Leiter der Abteilung Energiepolitik des Bundeswirtschaftsministeriums, gab in seinem Vortrag »Energiewende 2.0« einen Einblick in die Entscheidungsfindung der Berliner Ministerialbürokratie. Was folgt aus dem Klimagipfel in Bonn für die deutsche Industrie und wie könnte die Bundesregierung auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren? Welche Chancen ergeben sich für die Industrie und welche Risiken gilt es zu beachten?

Diese und weitere Fragen zur Energiewende griff Herdan auf, und merkte an: »Eines ist klar: Die Welt wird ›elektrischer‹. Allerdings ist eine direkte Elektrifizierung mit regenerativ erzeugtem Strom für einige Anwendungsfelder – wie zum Beispiel für die Schifffahrt – kaum vorstellbar. Hier werden wir Lösungen brauchen, die den regenerativ erzeugten Strom in speicherbarer Form zur Verfügung stellen.« Herdan sieht insofern in Power-to-X Potenzial für einen entscheidenden Beitrag zur Sektorkopplung und damit zur Dekarbonisierung anderer Sektoren wie zum Beispiel der Industrie oder Teile des Verkehrssektors.