Hapag-Lloyd-Großaktionär Klaus-Michael Kühne ist tot

Über Jahrzehnte prägte er Kühne+Nagel – und spielte auch für die Entwicklung der Hamburger Linienreederei eine wichtige Rolle. Klaus-Michael Kühne ist in der Nacht zum Montag im Alter von 89 Jahren in Schindellegi in der Schweiz gestorben. Das teilte der Logistikkonzern Kühne+Nagel mit.
„Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein großer Unternehmer und eine eindrucksvolle Persönlichkeit von uns gegangen“, erklärte Jörg Wolle, Präsident des Verwaltungsrats der Kühne+Nagel International AG. Die Gedanken seien bei Kühnes Witwe Christine Kühne.
Kühne wurde 1937 in Hamburg geboren und trat 1958 in das Familienunternehmen Kühne+Nagel ein. Bereits 1966 wurde er Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel Speditions-Aktiengesellschaft. Ab 1975 fungierte er als CEO der Kühne+Nagel International AG, von 1992 bis 2011 als Präsident des Verwaltungsrats. Anschließend wurde er Ehrenpräsident.
Unter seinem Einfluss entwickelte sich Kühne+Nagel zu einem der weltweit führenden Logistikkonzerne. Heute beschäftigt die Gruppe rund 88.000 Mitarbeiter an mehr als 1.300 Standorten in fast 100 Ländern und gehört insbesondere in der See- und Luftfracht zu den größten Anbietern.
30% an Hapag-Lloyd
Für die maritime Branche ist vor allem Kühnes Engagement bei Hapag-Lloyd von Bedeutung. Über die Kühne Holding und Kühne Maritime hält er 30% an der Hamburger Linienreederei und war damit neben der chilenischen CSAV deren größter Einzelaktionär. Der Anteil lag nach Angaben von Hapag-Lloyd zum Stichtag 30. Juni 2026 weiterhin bei 30%.
Kühnes Engagement bei der Reederei begann 2009. Seine Beteiligung wurde in den folgenden Jahren sukzessive ausgebaut. Die Kühne Holding beziffert ihren heutigen Anteil ebenfalls auf 30 %.
Sein Einstieg erfolgte in einer für Hapag-Lloyd schwierigen Phase. Kühne beteiligte sich damals am Hamburger Konsortium Albert Ballin, das die Reederei übernahm und damit auch deren Verbleib in Hamburg sichern sollte. Später erhöhte er seinen Anteil erheblich und entwickelte sich zu einem der wichtigsten langfristigen Investoren des Unternehmens.
„Klaus-Michael Kühne stand wie kein anderer für Logistik und den globalen Handel“, erklärte Kühne+Nagel-CEO Stefan Paul. Im Namen der Geschäftsleitung und der Mitarbeiter sprach er den Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Auch Rolf Habben Jansen, CEO von Hapag-Lloyd äußerte sich zu dem Tod des Milliardärs. „Klaus-Michael Kühne hatte eine ganz besondere Beziehung zu Hapag-Lloyd. Ich habe seine klaren Ansichten, seine Leidenschaft für unsere Branche und sein aufrichtiges Interesse am langfristigen Erfolg von Hapag-Lloyd sehr geschätzt. Sein Beitrag zu unserem Unternehmen wird unvergessen bleiben.“
Neben Kühne+Nagel und Hapag-Lloyd hielt Kühne über seine Holding Beteiligungen an weiteren großen Unternehmen, darunter Lufthansa, Brenntag und Flix. Zugleich blieb er seiner Heimatstadt Hamburg eng verbunden und trat unter anderem als Mäzen des Hamburger SV sowie als Förderer kultureller und wissenschaftlicher Projekte auf.

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