US Navy zertifiziert mtu-Motoren für autonome Schiffe

Rolls-Royce hat für seine mtu-Schiffsmotoren der Baureihen 2000 und 4000 die Zertifizierung der US Navy für den Einsatz in autonomen Schiffen erhalten.
Die mtu-Baureihe 4000 hat zwei 720-Stunden-Dauertests bestanden und ist damit für den autonomen Einsatz zertifiziert (© Rolls-Royce)
Die mtu-Baureihe 4000 hat zwei 720-Stunden-Dauertests bestanden und ist damit für den autonomen Einsatz zertifiziert (© Rolls-Royce)

Die Motoren erfüllen damit die Anforderungen für den Betrieb unbemannter Plattformen, die über längere Zeiträume ohne Wartungseingriffe auskommen müssen.

Die mtu-Baureihe 4000 erhielt die Zulassung nach zwei Dauerlaufprüfungen von jeweils 720 Stunden. Die Motoren sind für autonome Anwendungen mit Antriebsleistungen von bis zu 4.300 kW sowie für die Bordstromerzeugung mit bis zu 3.000 kWe zugelassen. Die Baureihe umfasst Varianten mit 8, 12, 16 und 20 Zylindern. Auch die mtu-Baureihe 2000 wurde zertifiziert. Grundlage waren umfangreiche Komponententests sowie mehrere tausend Betriebsstunden im praktischen Einsatz. Die Motoren stehen für Antriebsleistungen von bis zu 1.939 kW in Varianten mit 10, 12 und 16 Zylindern zur Verfügung.

Die Zertifizierung erfolgt auf Grundlage der Vorgaben des US National Defense Authorization Act für unbemannte Systeme. Diese schreiben unter anderem vor, dass Antriebsanlagen festgelegte Belastungs- und Zuverlässigkeitstests ohne Eingriffe von Bedienpersonal sowie ohne Wartungs- oder Reparaturmaßnahmen an Hauptantrieb, Kraftstoff- und Schmiersystemen bestehen. Systeme, die diese Anforderungen erfüllen, können für Einsätze von bis zu 30 Tagen ohne Wartungsbedarf auf See eingesetzt werden.

Scott Hanson, Vice President für das Behördengeschäft bei Rolls-Royce Power Systems in Nordamerika, sagte: „Die Zertifizierung bestätigt, dass die mtu-Baureihen 4000 und 2000 die Anforderungen für autonome Marineanwendungen erfüllen. Mit dem zunehmenden Einsatz unbemannter Systeme gewinnen zuverlässige Antriebslösungen für lange Betriebszeiten an Bedeutung.“

Autonome Überwasserschiffe (Autonomous Unmanned Surface Vessels, USV) gehören zu den Programmen, mit denen die US Navy ihre unbemannten Fähigkeiten ausbaut. Zu den bekanntesten Plattformen zählen die Schiffe Sea Hunter und Seahawk. Die Sea Hunter wird von zwei mtu-12V-2000-Motoren angetrieben und ist seit ihrer Indienststellung im Jahr 2016 im Einsatz.

USVs können Aufgaben über längere Zeiträume übernehmen, ohne Personal an Bord zu benötigen. Entsprechend umfangreich sind die Anforderungen an Sicherheit und Zuverlässigkeit. Die Zertifizierungsverfahren umfassen unter anderem Prüfungen der Steuerungssysteme, der Cyber-Sicherheit sowie weiterer sicherheitsrelevanter Funktionen.

Neben maritimen Anwendungen kommen Rolls-Royce-Antriebssysteme auch in unbemannten Luftfahrzeugen der US-Streitkräfte zum Einsatz. Dazu zählen die Plattformen RQ-4 Global Hawk und MQ-4C Triton. Darüber hinaus ist das unbemannte Tankflugzeug MQ‑25A Stingray mit einem AE-3007N-Triebwerk von Rolls-Royce ausgerüstet. Bei Testflügen absolvierte das Flugzeug seinen Einsatzablauf autonom vom Rollen über den Start bis zur Landung.

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