Stena kehrt zum E-Flexer zurück und bestellt neue Schiffe

Die schwedische RoPax-Reederei Stena Line hat zwei neue Hybrid-Fähren in China in Auftrag gegeben. Die Ablieferung wird für das Jahr 2030 erwartet, wie das in Göteborg ansässige Unternehmen mit Standbein auch in Deutschland heute mitteilte.
Die beiden Neubauten bieten Platz für 1.500 Passagiere und 2.750 Lademeter Fracht. Sie sind für den Tagesverkehr konzipiert und sollen auf der schwedisch-dänischen Route Göteborg-Frederikshavn eingesetzt werden. „Hybrid“ heißt in diesem Fall, dass sie sowohl mit „herkömmlichem Treibstoff“ als auch elektrisch betrieben werden können, so das Reederei-Statement. Außerdem seien sie für die Umstellung auf einen zu 100% elektrischen Betrieb vorbereitet, sobald die erforderliche Ladeinfrastruktur vorhanden ist.
Stena bekommt Nr. 6 und 7 des Typs

Aktuell betreibt Stena Line eine Flotte von 40 Schiffen auf 19 Routen mit etwa 35.000 jährlichen Abfahrten in Nordeuropa und im Mittelmeer. Das Unternehmen befindet sich in Familienbesitz, wurde 1962 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Göteborg. Die beiden neuen Fähren sind die Nummern sechs und sieben der E-Flexer-Klasse in der Flotte der Reederei. Das erste wurde 2019 in Dienst gestellt, derzeit verkehren drei E-Flexer auf der Irischen See und zwei weitere zwischen Schweden und Polen. Darüber hinaus haben diverse andere Reedereien Neubauten nach dem von Stena entwickelten Design geordert.
Als Bauwerft fungiert einmal mehr die China Merchants Industry Weihai Shipyard. Dort sind bereits 15 E-Flexer vom Stapel gelaufen. Die Stena-Gruppe selbst hatte zuletzt aber auch auf andere Schiffstypen gesetzt und selbst entwickelt, etwa den C-Flexer und das sogenannte Newmax-Schiff. Nun kehrt die Reederei also für den Moment zum erfolgreichen E-Flexer zurück.
„Dies ist eine historische Investition für uns, mit der wir die nächsten Schritte bei der nachhaltigen Modernisierung unserer Flotte gehen. Die beiden neuen Fähren stärken unser Kundenangebot, indem sie das Reiseerlebnis auf ein neues Niveau heben. Gleichzeitig sichern wir unsere CO₂-Reduktionsziele für die Zukunft ab und bereiten uns auf die bevorstehenden strengeren Umweltanforderungen vor“, sagte CEO Niclas Mårtensson.
Die derzeit auf der Route eingesetzten Schiffe, die „Stena Danica“ und die „Stena Jutlandica“, sind dort bereits viele Jahre im Einsatz: Die „Stena Danica“ seit 1984, die „Stena Jutlandica“ seit 1996. „Unsere bestehenden Schiffe haben uns zwischen Schweden und Dänemark viele Jahre lang hervorragende Dienste geleistet. Mit der nächsten Generation E-Flexer machen wir jedoch sowohl für unsere Passagiere als auch für unsere Frachtkunden einen großen Schritt nach vorne“, sagte Christina Bromander, Trade Director Denmark von Stena Line.
Mit den Neubauten will man zudem die Frachtkapazität erhöhen, „was sich insbesondere nach unserem bevorstehenden Umzug an den neuen Göteborger Hafenstandort Arendal auszahlen wird“, so Bromander weiter. Die Bedingungen dort seien hervorragend für den Ausbau unseres Frachtgeschäfts geeignet, dank der guten Bahnanbindung auch für intermodale Transporte.
E-Flexer 2.0
- Länge: 214,5 m
- Breite: 27,8 m
- Drei Fahrzeugdecks – eines für Personenkraftwagen und zwei für Fracht
- Frachtkapazität: 2.750 Lademeter
- Passagierkapazität: 1.500
- Als Fähre für den Tagesverkehr konzipiert, mit 132 Kabinen für Passagiere und Crew
- Voraussichtliche Ablieferung: 2030

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