Häfen im Fokus der „Windenergy“

Die On- und Offshore-Wind-Messe „Windenergy“ in Hamburg ist mit einem positiven Fazit zu Ende gegangen. Im Fokus der Branche standen und stehen auch die Häfen und die maritime Logistik.
An ihren Hafenterminals, wie dem Cuxport-Terminal in Cuxhaven, fungiert Rhenus als Basishafen für Offshore-Logistikaktivitäten zum Bau von Offshore-Windparks im Nordatlantik, in der Nord- und Ostsee.
An ihren Hafenterminals, wie dem Cuxport-Terminal in Cuxhaven, fungiert Rhenus als Basis für Offshore-Logistikaktivitäten zum Bau von Offshore-Windparks im Nordatlantik, in der Nord- und Ostsee. (© Rhenus)

„Vier intensive Messetage, eine rundum positive Bilanz“, teilte die städtische Firma Hamburg Messe und Congress (HMC) nach Abschluss der Messe mit. „Die Offenheit und das starke Miteinander der internationalen Wind-Community haben die Veranstaltung geprägt und für eine besondere Energie während der gesamten Messe gesorgt“, sagt Claus Ulrich Selbach, Vice President Exhibitions Maritime & Energy bei der Hamburg Messe und Congress. Neben vielfältigen Networking-Angeboten stand der globale Branchentreff ganz im Zeichen konkreter Geschäftsabschlüsse.

Insgesamt besuchten wieder über 40.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern das Gelände, mehr als 1.600 ausstellende Unternehmen aus rund 40 Ländern präsentierten ihre Innovationen. Unter den rund 30 Nationenpavillons waren erstmals auch die Tschechische Republik und Griechenland vertreten. Botschafter aus zahlreichen Staaten, aber auch hochrangige Vertreter von Ministerien – u.a. aus Indien, Vietnam, dem Oman, der Türkei und Deutschland– zeigten für ihre Länder Flagge. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher würdigte in einem Statement die grundsätzliche Bedeutung der Veranstaltung: „Die Energiewende ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Hamburg hat sich zu einem wichtigen Knotenpunkt der europäischen Windindustrie entwickelt. Mit 1.600 Ausstellenden und über 40.000 Besuchenden aus aller Welt bringt die WindEnergy Hamburg relevante Unternehmen, Innovatoren, politische Entscheidungsträger und weitere Akteure zusammen.“

Zwei Kernbotschaften gingen von der WindEnergy Hamburg aus: Die Branche ist trotz politischer und wirtschaftlicher Hindernisse wie hohen Finanzierungskosten, Margendruck, angespannten Lieferketten und langwierigen Genehmigungsprozesse weltweit weiter auf Wachstumskurs. Und: Zusammenarbeit über Länder- und Kontinente hinweg ist ein Schlüssel für nachhaltigen Erfolg.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass für den weiteren Ausbau der Windenergie nicht nur die Erzeugungskapazitäten, sondern auch die Infrastruktur Schritt halten muss. Ein weiteres zentrales Thema war daher der Netzausbau: In vielen Märkten werden fehlende Netzanschlüsse und begrenzte Netzkapazitäten mittlerweile als größter Hemmschuh für das weitere Wachstum der Windenergie angesehen. Eng damit verbunden ist die Bedeutung leistungsfähiger Häfen, Logistikstrukturen und Offshore-Lieferketten. Insbesondere für den Ausbau der Offshore-Windenergie sind sie eine zentrale Voraussetzung für den Transport, die Montage und die Wartung immer größerer Anlagen.

Vor dem Hintergrund aktueller Versorgungsengpässe war die Bedeutung von Windenergie für eine von fossilen Importen unabhängige Energieversorgung zentrales Thema der Messe. Resilienz und Souveränität – das schließt auch eine diversifizierte Lieferkette und Innovationen ein, die Abhängigkeiten reduzieren. Beispiel „Winergy Genera“: Der Antriebsspezialist Flender stellte auf der WindEnergy Hamburg einen kompakten Generatortyp vor, der ohne Permanentmagneten auskommt – und damit komplett ohne Seltene Erden. „Die Windenergie ist zu einer zentralen Säule einer sicheren Energieversorgung in Europa geworden“, sagt Andreas Evertz, CEO der Flender-Gruppe. „Jedes Kilogramm eingespartes Material und jeder gewonnene Effizienzpunkt machen Windenergie wettbewerbsfähiger – und die Wettbewerbsfähigkeit bestimmt, wie schnell die Branche ausbauen kann.“

Ein positives Fazit zogen auch die beiden CEOs der Hamburg Messe und Congress, Heiko M. Stutzinger und Uwe Fischer: „Hamburg hat sich mit der maritimen Weltleitmesse SMM, der WindEnergy Hamburg und dem Doppelevent Hydrogen & Carbon Capture Technology World Expo zu einem Hotspot der Energiewende entwickelt“, sagt Stutzinger. „Diesen erfolgreichen Weg gehen wir konsequent weiter – auch auf internationaler Ebene“, ergänzt Fischer. Nächstes Highlight ist die „WindEnergy Asia-Pacific powered by Recharge“, die vom 25. bis 27. Mai 2027 in Singapur stattfindet.

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