Neuer Marinehafen in Emden: ZDS sieht „starkes Signal“

Die Bundesregierung hat angekündigt, in Emden einen neuen Marinehafen bauen zu wollen. Der Hafenverband ZDS begrüßte den Schritt als Bekenntnis zu Deutschlands Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit.
Luftansicht des Hafens von Emden
© Hero Lang

In Emden soll ein weiterer Marinehafen für Deutschland entstehen. Verteidigungsminister Boris Pistorius unterzeichnete vor Ort eine entsprechende Absichtserklärung der Bundesregierung. Der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) begrüßte die Entscheidung als wichtigen Schritte im Zuge der „militärischen Zeitenwende“. Sie stärke die Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit Deutschlands und unterstreiche zugleich die strategische Bedeutung der deutschen Seehäfen für die Sicherheit und Resilienz des Landes, teilte der Verband mit.

„Die Entscheidung für Emden ist ein starkes Signal: Die Zeitenwende erreicht zunehmend auch unsere Hafeninfrastruktur“, sagte ZDS-Hauptgeschäftsführer Florian Keisinger. „Wer Deutschland als militärische Drehscheibe Europas stärken will, braucht leistungsfähige, resiliente und entsprechend ausgestattete Seehäfen. Der neue Marinehafen in Emden ist deshalb weit mehr als eine wichtige Standortentscheidung. Er ist eine Investition in die Sicherheit unseres Landes und unsere Handlungsfähigkeit innerhalb der NATO.“

Die Ankündigung folgt nur wenige Tage auf den Besuch von Bundesverteidigungsminister Pistorius in Bremerhaven. Dort hatten sich der Bund, das Land Bremen und die BLG Logistics auf den Aufbau eines sogenannten Deployment Hubs verständigt. Für die militärische Ertüchtigung des Standorts sind Bundesmittel in Höhe von 1,35 Mrd. € vorgesehen.

Für den ZDS stehen beide Entscheidungen in einem unmittelbaren strategischen Zusammenhang: Sie verdeutlichen, dass die deutschen Seehäfen nicht allein Wirtschafts- und Logistikstandorte sind, sondern zugleich unverzichtbare Bestandteile der nationalen und europäischen Sicherheitsarchitektur.

„Emden und Bremerhaven zeigen, dass die Bundesregierung die gesamtstaatliche Bedeutung unserer Seehäfen zunehmend anerkennt und daraus konkrete Konsequenzen zieht“, so Keisinger. „Das ist ausdrücklich zu begrüßen. Entscheidend ist nun, die militärische Zeitenwende konsequent auf weitere Hafenstandorte an Nord- und Ostsee zu übertragen. Denn Verteidigungsfähigkeit braucht nicht nur eine leistungsfähige Bundeswehr, sondern ebenso eine leistungsfähige zivile Infrastruktur. Die Modernisierung und der Schutz unserer Seehäfen sind eine nationale Aufgabe, bei der auch der Bund dauerhaft Verantwortung übernehmen muss.“

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