US-Regierung und ABS treiben Nuklear-Pläne voran

Das US-Energieministerium und die Klassifikationsgesellschaft American Bureau of Shipping (ABS) haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um „moderne kommerzielle Nukleartechnologie“ im maritimen Bereich voranzutreiben.
Ted Garrish, stellvertretender US-Energieminister für Kernenergie, und John McDonald, Vorsitzender und CEO von ABS
(v.l.:) Ted Garrish, stellvertretender US-Energieminister für Kernenergie, und John McDonald, Vorsitzender und CEO von ABS (© ABS)

Die Vereinbarung umfasst sogenannte „schwimmende Energielösungen“, nuklear angetriebene Schiffe sowie den Ausbau der für deren Bau und Betrieb erforderlichen Häfen, Werften und industriellen Infrastruktur, wie jetzt bekannt gemacht wurde.

Es ist nicht die erste Initiative der Regierung Trump in dieser Hinsicht. Im Sommer hatte die US-Schifffahrtsbehörde Marad einen Plan mit dem Unternehmen Core Power aufgesetzt, bei dem es ebenfalls um Schiffe und eine Werft geht.

Zu den wichtigsten Schwerpunkten der jetzt vereinbarten Zusammenarbeit mit ABS gehören Konzept- und Machbarkeitsstudien für schwimmende Kernkraftwerke und nukleare Transportkorridore sowie die Unterstützung beim Aufbau eines US-Schiffbausektors, der in der Lage ist, nuklear angetriebene Einheiten sicher zu bauen und zu betreiben. ABS soll zudem die damit verbundenen Arbeiten über das „U.S. Center for Maritime Innovation“ (USCMI) der Marad koordinieren, für das ABS als Sekretariat fungiert.

„Fortschrittliche Nukleartechnologie entwickelt sich vom Konzept zur Anwendung, und die maritime Industrie muss darauf vorbereitet sein“, sagte John McDonald, Chairman und CEO von ABS. „Diese Vereinbarung mit dem DOE spiegelt den Umfang der bereits laufenden Arbeiten wider und schafft einen Rahmen für weitere Schritte. Durch unsere Zusammenarbeit mit dem DOE und führenden Branchenvertretern gestaltet ABS die Zukunft der Kernenergie im maritimen Sektor maßgeblich mit. Wir sind bestens aufgestellt, um dabei zu helfen, diese Technologie zu einer sicheren, realen und praktikablen Option für kommerzielle maritime Anwendungen zu machen.“

Das DOE leitet die Initiativen der US-Regierung zu maritimen Nuklearanwendungen. Im Rahmen der Absichtserklärung wird ABS die „Maritime Nuclear Applications Group“ (MNAG) mitverwalten und technische, regulatorische, wirtschaftliche sowie politische Unterstützung bei Konzept- und Machbarkeitsstudien leisten. ABS wird mit dem DOE zusammenarbeiten, um die behördenübergreifende Abstimmung zur Entwicklung eines tragfähigen US-Sektors für maritime Nukleartechnologie zu fördern.

„Fortschrittliche Nukleartechnologie hat das Potenzial, die kommerzielle maritime Industrie zu transformieren und neue Märkte für amerikanische Innovationen zu erschließen“, sagte Ted Garrish, Assistant Secretary for Nuclear Energy. „Die Partnerschaft des Energieministeriums mit dem American Bureau of Shipping wird dazu beitragen, auf jahrzehntelanger Erfahrung aufzubauen, um Kerntechnologien der nächsten Generation sicher in den maritimen Sektor zu bringen und Amerika als führende Kraft in dieser aufstrebenden Branche zu positionieren.“

Die Herausforderung für den Einsatz von Nuklear-Technik im zivilen Sektor besteht nach Ansicht der meisten Experten darin, ein Gesamtsystem zu schaffen, das sicher, geschützt, genehmigungsfähig, versicherbar, finanzierbar und im Flottenmaßstab betreibbar ist – bei gleichzeitig klar geregelten Zuständigkeiten für die Integration der Nukleartechnik, die Brennstoffversorgung, die Hafeninfrastruktur, das Personal sowie die Betreuung über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Im Schiffbau wird in den USA ein Baubeginn für erste Einheiten ab 2028 avisiert – im Rahmen eines Konzepts, das US-Präsident Donald Trumps „Maritime Action Plan“ „mit dem Schiffbau bei Verbündeten und spezialisierter US-Expertise bei der Integration von Kerntechnik verknüpft“, heißt es heute. Das Ganze gilt als Bestanteil der Strategie, den Schiffsantrieb mittels Kernenergie zu einem Bestandteil der Wiederbelebung der zivilen US-Schifffahrt zu machen – trotz aller offenen Fragen, die noch auf eine Antwort warten. Man will gemeinsam den Weg für eine künftige Flotte von unter US-Flagge fahrenden Handelsschiffen mit Kernantrieb beschleunigen– sowohl in kommerzieller als auch in industrieller und regulatorischer Hinsicht.

Trump ist die asiatische Dominanz im Schiffbau ein Dorn im Auge – speziell China hat er im Blick. Gleichzeitig sucht er nach Möglichkeiten, die Industrie im eigenen Land zu stärken. Sein „Maritime Action Plan“ zielt darauf ab, den Niedergang der US-Schifffahrt zu stoppen, private Investitionen zu mobilisieren und eine industrielle Basis wiederaufzubauen, die von der Regierung als entscheidend für die wirtschaftliche und nationale Sicherheit eingestuft wird.

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