Rheinmetall: 679 Mio. Umsatz mit Marine-Schiffen in sieben Monaten

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat mit seiner neuen in sieben Monaten knapp 680 Mio. € Umsatz erwirtschaftet. Ohne die vieldiskutierte „F126“-Stornierung wären das Ergebnis sogar noch deutlich besser.
Am Hamburger Rheinmetall-Standort Blohm+Voss ist die Serienproduktion des Kraken K3 Scout gestartet. Mit dem marktverfügbaren Unmanned Surface Vessel (USV) bietet die neue Rheinmetall-Division Naval Systems gemeinsam mit dem britischen Joint Venture-Partner Kraken Technology eine unbemannte Überwasserplattform für den militärischen und zivilen Anwendungsbereich
Am Hamburger Rheinmetall-Standort Blohm+Voss ist die Serienproduktion des Kraken K3 Scout gestartet – ein „Unmanned Surface Vessel“ (USV) (© Rheinmetall Kraken)

Der Düsseldorfer Konzern hat heute die Bilanz für die ersten neun Monate des Jahres vorgelegt. Darin ist auch das neue Segment Naval Systems enthalten, dass durch die Übernahme von NVL aus der Schiffbau-Gruppe Lürssen entstanden ist.

Im Rüstungskonzern ist das Segment zuständig für maritime Lösungen im bemannten und unbemannten Überwasserschiffbau. Es wurde zum Ende des ersten Quartals 2026 erstmals als eigenständiges Segment in die Berichterstattung einbezogen. Es geht um Werften in Hamburg, Wilhelmshaven und Wolgast, also die Standorte Blohm+Voss, Norderwerft, die Neue Jadewerft und die Peene-Werft.

Naval Systems erzielte im Zeitraum der ersten sieben Monate nach der Übernahme einen Umsatz von 679 Mio. €, wie Rheinmetall mitteilte. Der Umsatz resultierte im Wesentlichen aus den laufenden Neubauprogrammen: dem Bau von Flottendienstbooten (FDB424), Korvetten der Braunschweig-Klasse (K130), Marinebetriebsstoffversorgern (MBV707) sowie aus dem bulgarischen Multipurpose Modular Patrol Vessel-Programm (MMPV90). Im Bereich Reparatur, Instandsetzung und Wartung wurden seit Ende Februar 2026 Serviceumsätze in Höhe von 96 Mio. € erwirtschaftet, geprägt durch den laufenden Instandsetzungsauftrag an den Fregatten „Rheinland-Pfalz“ und „Bayern“.

Weiteres Geschäft ist bereits gesichert. So wurden in den sieben Monaten Auftragseingänge in Höhe von 1.161 Mio. € erfasst. Der durch das europäische SAFE-Programm finanzierte Auftrag der rumänischen Regierung über den Bau von vier Marineschiffen im Wert von 920 Mio. € lieferte den Angaben zufolge den größten Beitrag hierzu. Weitere 125 Mio. € steuerten der Bereich der Schiffsreparatur sowie Kleinstaufträge bei. Zudem will Rheinmetall auch mit einem weiteren „Neuzugang“ gute Geschäfte machen. Der Konzern hat den Zuschlag für die Übernahme der Mangalia-Werft in Rumänien bekommen – einst unter anderem auch bekannt für den Bau von Containerschiffen.

Die Zahlen hätten theoretisch noch höher ausfallen können. Allerdings sorgte die vieldiskutierte Stornierung der F126-Neubauten für eine Korrektur der Erwartungen. Rheinmetall erwartet daraus im laufenden Geschäftsjahr negative Umsatzauswirkungen von bis zu 300 Mio. €, hieß es bereits im Sommer.

Der Backlog lag zum 30. September 2026 damit bei 3.896 Mio. €. Das operative Ergebnis belief sich auf 71 Mio. €, womit die operative Ergebnismarge 10,5% erreichte.

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