Wer hat die Antworten auf die vielen Fragezeichen der Schifffahrt?

© Jonas Walzberg

Egal, wen man in diesen Tagen in der maritimen Wirtschaft fragt: Planungssicherheit gehört nicht zu den Attributen, die beim Blick auf die aktuellen Rahmenbedingungen als erstes genannt werden. Das ist fatal für eine Branche, die für eine umfassende Transformation mit enormen Investitionen hantieren muss. Deren Ziel, die globale Handelsflotte, soll viele Jahre auf den Weltmeeren unterwegs sein. Da muss jede Entscheidung wohlüberlegt sein. Und dafür braucht es eben gute Rahmenbedingungen.

Womit wir beim Thema wären: Auf welchen »maritimen Hub« soll man als Schifffahrtstreibender seinen intensivsten Blick werfen? Auf London, wo bei der Internationalen Schifffahrtsorganisation IMO hoffentlich über das berühmt-berüchtigte »Net Zero Framework« entschieden wird? Auf Washington, Teheran, Moskau und Sana‘a, wo über die Sicherheit in der Straße von Hormus, im Roten Meer und in der Ostsee entschieden wird? Auf Berlin, wo – hoffentlich – über den Schutz deutscher Schiffe entschieden wird?

Die Anknüpfungspunkte für Transformation und Wandel sind so breit gefächert wie die maritime Wirtschaft selbst. Daher können es sich Reeder, Shipmanager, Juristen, Makler, Versicherungen, Flaggen, Schiffsfinanzierer und Klassifikationen auch nicht aussuchen: Sie müssen eine – gefühlt stetig wachsende – Vielzahl an ökonomischen und politischen Arenen im Blick behalten. Denn wie so oft in der maritimen Welt hängt alles irgendwie mit allem zusammen.

Wenn in den Schaltzentralen der Macht das Pendel ausschlägt, ist das mehr, als wenn irgendwo der sprichwörtliche Sack Reis umfällt. Dann hat das mitunter folgenschwere Auswirkungen und der Kurs muss neu gesetzt werden.

Wann also bekommt die Branche einen globalen und praxistauglichen Rahmen für die Dekarbonisierung? Und wohin mit dem scheinbar vielen Geld, dass der Kapitalmarkt der Schifffahrt zur Verfügung stellen will? Wie ist die aktuelle Sicherheitslage auf See, wo ist es brenzlig, wo ist es gar explosiv? Und wann wird es besser? Auf welche Fallen müssen sich Reeder und Shipmanager einstellen? Wer ist der richtige Partner für welche Aufgabe? Wo ist ein engeres Zusammenrücken von Staat und Wirtschaft eine Option oder gar nötig?
Sie merken, diese Zeilen enthalten ziemlich viele Fragezeichen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hat niemand alle Antworten dazu parat. Keiner hat die allumfassende Wahrheit mit Löffeln … Sie wissen schon …

Deshalb muss darüber geredet, müssen Informationen und Ideen ausgetauscht werden. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten. Einerseits über unsere Print-, Online- und Audio-Kanäle, unter anderem mit dieser Ausgabe. Andererseits über das HANSA-Forum, bei dem wir unter dem Motto »Connecting Maritime Minds« wieder führende Köpfe zusammenbringen und diskutieren lassen.

Das Programm ist so vielfältig wie die derzeitige Lage – schauen Sie unter hansa-online.de/hansaforum/
Wie heißt es so schön? »Come and join us!« Wir freuen uns auf Sie und einen interessanten Tag mit intensiven Debatten über die heißen Eisen in der Schifffahrt!


Michael Meyer
Chefredakteur
HANSA International Maritime Journal &
HANSA.news global

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