Bremerhaven investiert in Hinterland-Anbindungen

Bremenports treibt die Hinterlandanbindung der bremischen Häfen auf Straße, Schiene und Wasser voran. Ab 2026 wird der Hafenbahnhof Speckenbüttel modernisiert und erweitert: Die Zahl der Vorstellgleise steigt von 16 auf 23, gesteuert wird künftig über ein elektronisches Stellwerk auf Basis des digitalen Hafenbahn-Systems »Prinos«. Ziel sind stabilere Abläufe und mehr Leistungsfähigkeit im kombinierten Verkehr. Das Investitionsvolumen gibt Bremenports mit 56 Mio. € an.
Ein zentraler Hebel ist der Bahncontainerumschlag direkt im Terminal. Am 1. Juli 2025 hat Eurogate in Bremerhaven die neue Anlage »Rail Gate Bremerhaven« bereits offiziell in Betrieb genommen – mit sechs 740-m-Gleisen und ferngesteuerten Krananlagen. Das Projekt wurde nach zweijähriger Bauzeit und Testbetrieb eröffnet und soll die KV-Kapazität signifikant erhöhen.
Parallel dazu kündigte die DB InfraGO die Generalsanierung der Strecke Bremerhaven–Bremen an. Der neu bestätigte Zeitplan sieht eine gebündelte Erneuerung im Jahr 2027 vor; vorbereitende Arbeiten starten bereits 2025. Für die Bauphase sind eingleisige Sperrungen und zeitweise Vollsperrungen vorgesehen. Der Güterverkehr soll gleichwohl angebunden bleiben.
Anpassung der Fahrrinne
Auch wasserseitig sind Großprojekte gesetzt. Für die Außenweser bereitet der Bund die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Anpassung der Fahrrinne vor; die Vorhaben »Ausbau Außenweser/Unterweser-Nord« liegen mit dem Fortgang der Weseranpassung erneut auf. Der Start der Umsetzung wird 2026 in Aussicht gestellt.
Im Hafen selbst plant Bremen eine Generalsanierung der Containerkaje CT1–3a über rund 3.000 m ab 2026. Parallel investieren Terminalbetreiber laut Senat und Hafenverwaltung in neue Krane und Automatisierung. Zudem wird die Landstrom-Infrastruktur ausgebaut: Bereits im Mai wurde eine Vereinbarung mit Höegh Autoliners unterschrieben: Landstrom für Autotransporter im Nordhafen startet noch in diesem Jahr. Weitere Anlagen an Container- und Kreuzfahrtkaje folgen rund um den Jahreswechsel.
Für die Straßenanbindung kündigt Bremen eine redundante Streckenführung im Überseehafen an; außerdem wird der Ersatz der früheren Drehbrücke zur Columbusinsel vorbereitet, die für den stark gewachsenen Kreuzfahrtstandort Bremerhaven relevant ist. Senatsvorlagen nennen die Weiterführung der Planungen seit 2024; die Brücke soll die Erreichbarkeit der Columbuskaje langfristig absichern.
Bremenports-Repräsentant Claus Hansen ordnete die Maßnahmen vor allem mit Blick auf den Alpenraum ein: »Österreich ist ein fester Partner der bremischen Häfen – insbesondere über die Schiene. Der Ausbau schafft zusätzliche Verlässlichkeit und stärkt die enge Partnerschaft.« Zugleich verweist Bremenports-Geschäftsführer Robert Howe auf Bau-Begleiteffekte: Sperrungen seien während der Sanierungen zwar unumgänglich; man arbeite aber eng mit DB und Terminalbetreibern, um Auswirkungen zu dämpfen und Kunden früh zu informieren. Nach Abschluss profitiere die gesamte Kette von einer leistungsfähigeren Infrastruktur.

