Leichtes Umschlagsplus im Hafen von Rotterdam

Der Güterumschlag im Rotterdamer Hafen stieg in den ersten neun Monaten leicht an. Während einzelne Segmente belastet wurden, legten die Containerimporte fürs europäische Hinterland spürbar zu.
Container-Terminal Maasvlakte in Rotterdam
Container-Terminal Maasvlakte in Rotterdam (© Martens Multimedia)

Der Rotterdamer Hafen blickt auf ein leichtes Umschlagswachstum in den ersten drei Quartalen des Jahres 2026 zurück. Von Januar bis September wurden im größten Seehafen Europas insgesamt 323,2 Mio. t Güter umgeschlagen, was einem Zuwachs von 0,9 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das Wachstum wurde maßgeblich von höheren Mengen bei Kohle, Baustoffen, Rohöl und Mineralölprodukten getrieben, während Segmente wie Eisenerz, Agrar-Schüttgut und Stückgut Rückgänge hinnehmen mussten.

Im Bereich des trockenen Massenguts stieg das Gesamtvolumen um 2,1 % auf 50,4 Mio. t. Der Umschlag von Eisenerz und Schrott sank dagegen um 5,9 % auf 18,3 Mio. t – trotz einer um 6 % gestiegenen deutschen Stahlproduktion. Grund dafür waren logistische Störungen infolge anhaltender Niedrigwasserlagen auf den europäischen Flüssen, die zu höheren Transportkosten führten und die Rohstoffversorgung einschränkten. Die Stahlhersteller griffen daher verstärkt auf bestehende Lagerbestände zurück.

Deutlich im Plus lag der Kohleumschlag mit einem Zuwachs von 15,3 % auf 14,5 Mio. t. Neben einer Erholung bei der Kokskohle für die Stahlindustrie stieg die Nachfrage nach Kraftwerkskohle aufgrund hoher Gaspreise infolge geopolitischer Spannungen im Nahen Osten. Der Umschlag von sonstigem trockenem Massengut legte getrieben von Rohstoffen für die Baubranche in Deutschland und den Niederlanden um 15 % auf 9,8 Mio. t zu. Der Agribulk-Sektor verzeichnete nach starken Importen im Vorjahr einen Rückgang um 11,4 % auf 7,8 Mio. t.

Verschiebungen bei flüssigen Massengütern

Das flüssige Massengut verzeichnete ein Plus von 3,1 % auf 150,9 Mio. t. Infolge der Blockade der Straße von Hormus und des Wegfalls von Importen fertiger Erdölprodukte aus dem Nahen Osten verarbeiteten europäische Raffinerien mehr Rohöl (+2,1 % auf 77,5 Mio. t). Dies führte zu einem Sprung beim Umschlag von Mineralölprodukten um 11,1 % auf 39 Mio. t, wobei vor allem die Exporte aus Rotterdam massiv um 31,9 % anzogen.

Der Umschlag chemischer Erzeugnisse und sonstiger flüssiger Massengüter sank um 3,8 % auf 24,8 Mio. Tonnen. Die anhaltend schwierige Marktlage in der chemischen Industrie in den Niederlanden, Belgien und Deutschland dämpfte hier die Nachfrage, was auch durch steigende Biokraftstoff-Einfuhren nicht vollständig kompensiert werden konnte.

Im Containersegment blieb das Aufkommen gemessen in Standardcontainern (TEU) mit 10,75 Mio. TEU (+0,1 %) nahezu unverändert zum Vorjahr. In Tonnage ging der Containerumschlag um 2,2 % auf 98,3 Mio. t zurück.

Mehr Hinterland-Verkehre

Boudewijn Siemons ist seit heute CEO der Rotterdamer Hafenbehörde
Boudewijn Siemons, CEO der Rotterdamer Hafenbehörde (© Port of Rotterdam Authority)

Bemerkenswert ist jedoch die Entwicklung im Hinterlandverkehr: Das Frachtvolumen in Richtung des europäischen Hinterlands stieg in den ersten neun Monaten um 7,2 %. Dieser Zuwachs beruht vor allem auf einem Anstieg der Importe beladener Container um 8,9 %. Der Transhipment-Umschlag (Umladung von Seeschiff auf Seeschiff) ging hingegen um 20 % zurück, da Kapazitätsengpässe an den Tiefseeterminals dazu führten, dass Transhipment-Mengen in andere Häfen verlagert wurden, um Platz für den Hinterlandverkehr zu schaffen.

Boudewijn Siemons, CEO der Port of Rotterdam Authority, betonte angesichts der Zahlen die Bedeutung leistungsfähiger Anbindungen: „Während sich niedrige Wasserstände, sich verlagernde Energieströme und der Druck auf die europäische Industrie auf verschiedene Märkte auswirken, verzeichnen wir ein Wachstum bei wichtigen Güterströmen vom und zum europäischen Hinterland. Eine zuverlässige Infrastruktur bildet die Grundlage für Wirtschaftswachstum und für eine widerstandsfähige Lieferkette.“

Bleiben Sie mit WhatsApp immer auf dem Laufenden!

Abonnieren Sie unseren WhatsApp-Kanal und erhalten Sie eine Auswahl unseres umfangreichen Nachrichten-Angebots direkt auf Ihr Smartphone. Scannen Sie einfach den QR-Code mit Ihrem Handy oder klicken Sie – falls Sie bereits mobil unterwegs sind – auf diesen Link.
Verwandte Themen
Weitere Themen
Daily & Breaking News

Wir liefern werktäglich aktuelle Schlagzeilen und Updates.