Felixstowe und Hutchison setzen „Green Corridor“ im Asien-Europa-Verkehr auf

Der Terminalkonzern Hutchison Ports hat über seine Yantian-Tochter in China mit dem britischen Hafen von Felixstowe (PFL) eine Vereinbarung für eine Kooperationsinitiative für einen internationalen „Green Shipping Corridor“ unterzeichnet. Damit werde das Kooperationsnetzwerk des Hafens von Shenzhen für umweltfreundliche Schifffahrt auf einen bedeutenden europäischen Knotenpunkt ausgeweitet und die Synergie zwischen Asien und Europa gestärkt, um den Übergang der globalen Schifffahrtsindustrie zu einer kohlenstoffarmen Betriebsweise zu unterstützen, heißt es in einem Statement.
Yantian in Shenzhen verfügt über 20 große Tiefwasser-Containerliegeplätze. Offiziell ist es eines der wenigen Terminals in der Greater Bay Area (Guangdong-Hongkong-Macau), das rund um die Uhr für die Abfertigung von Ultra-Large-Containerschiffen ausgelegt ist. Der Standort ermöglicht eine uneingeschränkte, bidirektionale Schifffahrt rund um die Uhr für die weltweit größte Klasse von Containerschiffen – darunter 200.000-Tonnen-Schiffe mit einer Kapazität von bis zu 24.000 TEU, so die offizielle Selbstbeschreibung von Hutchison Ports Yantian.
PFL wiederum ist der größte Containerhafen des Vereinigten Königreichs und wickelt fast 40% des dortigen Containerhandels ab. Der Hafen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2035 Netto-Null-Emissionen bei Treibhausgasen zu erreichen, und investiert weiterhin in die Elektrifizierung von Anlagen, erneuerbare Energien sowie intelligente Transporttechnik.
Die Vereinbarung verbindet zwei wichtige Container-Drehkreuze an den beiden Enden der Handelsroute zwischen Asien und Europa. Die Häfen wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen umweltfreundliche und kohlenstoffarme Entwicklung, saubere Energie, kohlenstoffarme Technologien, intelligente Hafenentwicklung und nachhaltige Lieferketten vertiefen. Ziel ist die Schaffung eines „Green Shipping Corridor“, der als Modell für eine breitere internationale Zusammenarbeit dienen könne.
Kurz zuvor waren auf dem „Global Sustainable Transport Forum 2026“ in Peking die „International Green Shipping Corridor Alliance“ ins Leben gerufen worden, der 45 Gründungsmitglieder aus 12 Ländern – darunter Yantian – angehören.
Diese Kooperation baut auf Maßnahmen auf, die bereits im Juli ergriffen wurden: Auf der Konferenz zur Entwicklung der globalen Lieferkette des Hafens von Shenzhen (2026) unterzeichnete Yantian eine Absichtserklärung mit 16 Häfen aus 10 APEC-Mitgliedsstaaten.
Lawrence Shum, Geschäftsführer von Hutchison Ports Yantian, sagte: „Als Gründungsmitglied sind wir uns der Verantwortung bewusst, die mit der Unterstützung dieser Arbeit einhergeht. Die Allianz wurde gegründet, um eine nachhaltigere Schifffahrt zu fördern und die Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen; gleichzeitig leistet sie einen Beitrag zum übergeordneten Ziel, eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft für die Menschheit aufzubauen. Die Unterzeichnung der Initiative war ein konkreter Schritt zur Weiterentwicklung internationaler grüner Schifffahrtskorridore und zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Parteien.“
Clemence Cheng, Executive Director von Hutchison Ports, erklärte, die Vereinbarung markiere einen entscheidenden Fortschritt in der Zusammenarbeit der beiden Häfen: Die Partnerschaft entwickle sich über die traditionelle schifffahrtsbezogene Vernetzung hinaus hin zu einer neuen Phase, die durch ökologische Kooperation, gemeinsam entwickelte Standards und eine geteilte Verantwortung für die Ergebnisse geprägt sei.
In Yantian verweist man auf einige wichtige Schritte der jüngeren Vergangenheit: die Landstromversorgung wurde ausgebaut, Hafengeräte elektrisiert, „Smart-Port“-Technologien implementiert. Im vergangenen Jahrzehnt ist der Umschlag stetig gewachsen, während die CO₂-Emissionen pro Container um 32% gesunken sei. Mittlerweile sind alle Liegeplätze in mit Landstromanschlüssen ausgestattet, „und auch der Einsatz saubererer Kraftstoffe – darunter LNG und grünes Methanol – wird weiter vorangetrieben“, so die Verantwortlichen.
Mit Blick auf die Zukunft wollen die Häfen ihre Zusammenarbeit in veschiedenen Bereichen vertiefen. Dabei arbeiten sie daran, ihre Pfade zur Emissionsreduzierung zu vereinheitlichen, Fortschritte messbar zu machen und die Ergebnisse ihrer Kooperation überprüfbar zu gestalten. Zudem werden sie gemeinsam mit Partnern entlang der gesamten Lieferkette den Dialog mit Regierungsstellen in China und dem Vereinigten Königreich suchen, um die Umsetzung der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu unterstützen. Durch diese Zusammenarbeit streben die beiden Häfen an, einen „grünen Schifffahrtskorridor“ zwischen Asien und Europa zu etablieren, der als weltweiter Maßstab dienen kann.

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