Vard baut zwei Wartungsschiffe für Trinity House

Mit den Neubauten verfolgt Trinity House den Plan zur Erneuerung der Flotte, die derzeit aus drei Schiffen besteht. Trinity House ist die zuständige Behörde für das Leuchtfeuerwesen in England, Wales, auf den Kanalinseln und Gibraltar. Die neuen Schiffe sollen die „THV Patricia“ und „THV Galatea“ ersetzen.
Der Auftrag ging nach einer öffentlichen Ausschreibung an das norwegische Schiffbauunternehmen Vard, eine Tochtergesellschaft von Fincantieri. Der Wert des Auftrags beläuft sich auf mindestens 220 Mio. €. Gebaut werden sie auf Basis des Designs „Vard 9 601“, das von Vard Marine in Zusammenarbeit mit Vard Design in Norwegen entwickelt worden ist. Die Schiffe sind als vielseitige Mehrzweckplattformen konzipiert und können zur Bojenwartung, für hydrografische Vermessungsarbeiten sowie Fähigkeiten für Notfälle eingesetzt werden. Sie sollen zur Instandhaltung kritischer maritimer Infrastruktur in den Gewässern Großbritanniens beitragen.
Der Bau der Schiffe erfolgt auf einer der norwegischen Werften von Vard; dabei nutzt das Unternehmen seine globale Wertschöpfungskette. Die Ablieferung durch ist für das zweite und vierte Quartal 2029 geplant.
„Die Vergabe dieses Auftrags ist eine wichtige Anerkennung der Expertise von Vard sowie der industriellen und technologischen Führungsrolle von Fincantieri im komplexen Schiffbau“, sagte Pierroberto Folgiero, CEO und Managing Director von Fincantieri. „Die Unterstützung von Organisationen wie Trinity House bedeutet, durch Lösungen, die Nachhaltigkeit, Innovation und langfristige Visionen vereinen, einen Beitrag zur Sicherheit, Zuverlässigkeit und Resilienz maritimer Dienstleistungen zu leisten. Dieses Programm spiegelt unser Engagement wider, strategische Fähigkeiten zu entwickeln, die die Zukunft des maritimen Sektors zunehmend prägen – von der Energiewende und Digitalisierung bis hin zur Sicherheit und Resilienz kritischer Systeme und Infrastrukturen.“
Mögliche Umrüstung auf Methanol-Antrieb
Die Schiffe werden laut einer Mitteilung von Vard mit Hybridantriebssystemen und Batteriespeichern ausgestattet, die darauf ausgelegt sind, den Kraftstoffverbrauch und die Umweltbelastung zu reduzieren. Dies ermöglicht einen emissionsfreien Betrieb während der Liegezeit im Hafen sowie einen effizienteren Betrieb während der Fahrt und bei der dynamischen Positionierung. Die Neubauten sind im Hinblick auf zukünftige Anpassungsfähigkeit konzipiert worden und können auf den Antrieb mit Methanol umgerüstet werden. Dies ermögliche eine weitere Verringerung ihres ökologischen Fußabdrucks während der gesamten Betriebsdauer.
„Neben ihrer fortschrittlichen Umweltbilanz werden die Schiffe mit modernen digitalen Systemen und Cybersicherheitsfunktionen ausgestattet, die einen sicheren und widerstandsfähigen Betrieb der Bordsysteme gewährleisten“, teilte Vard anlässlich der Auftragsvergabe mit. „Dies spiegelt die wachsende Bedeutung der Cyber-Resilienz im maritimen Sektor wider.“
Der Vertrag umfasst zudem eine Ausbildungspartnerschaft zwischen Vard, Trinity House und Vard Marine (Kanada), die den internationalen Wissensaustausch fördert und den Aufbau maritimer Fachkompetenzen durch gezielte Programme für Auszubildende und Studierende unterstützt.
Erst vor Kurzem hat Vard den bisher größten Auftrag der Unternehmensgeschichte erhalten: Das US-Forschungsinstitut Inkfish hat ein neues Forschungschiff bei den Norwegern bestellt. Der Wert der Order liegt bei ca. 700 Mio. €. Anfang des Jahres vergab außerdem das Unternehmen Ocean Infinity einen Auftrag über vier unbemannte Spezialschiffe an Vard.

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