Rolls-Royce erweitert Yachtportfolio

Passend zum Start der großen Herbstmessen, darunter Cannes Yacht Festival sowie Monaco Yacht Show, hat Rolls-Royce sein Portfolio für den Yachtmarkt weiter ausgebaut.
Sein neues Portfolio hat Rolls-Royce unter anderem auf dem diesjährigen Yachting Festival in Cannes vorgestellt, darunter war zudem der neue mtu-Motor M96Z der Baureihe 2000 (© Rolls-Royce)
Sein neues Portfolio hat Rolls-Royce unter anderem auf dem diesjährigen Yachting Festival in Cannes vorgestellt, darunter war zudem der neue mtu-Motor M96Z der Baureihe 2000 (© Rolls-Royce)

Wie auf der SMM 2026 angekündigt, hat Rolls-Royce zwei Systeme auf Basis der mtu-Motoren-Baureihe 2000 eingeführt. Es handelt sich dabei um standardisierte drehzahlvariable Gensets sowie eine neue SCR-Abgasnachbehandlung. 

Wie der Hersteller mitteilt, sei die Antriebsanlage so kompakt, dass sie das für Yachten sehr vorteilhafte Eindeck-Maschinenraum-Konzept ermögliche. Mit diesen neuen Lösungen will Rolls-Royce seinen ganzheitlichen Ansatz „From Bridge to Propeller“, bei dem Antrieb, Energiemanagement und Automation zusammenspielen stärken.

„Unser Anspruch ist es, Werften und Eignern ein umfassendes und zukunftsfähiges Angebot für Yachten zu bieten. Dabei geht es nicht nur um einzelne Komponenten, sondern um das optimale Zusammenspiel der Systeme an Bord für mehr Leistung, Effizienz und geringere Emissionen“, sagt Lukas Köhler, Senior Vice President Global Marine & Mining bei Rolls-Royce Power Systems.

Weniger Kraftstoffverbrauch, weniger Emissionen

Ein Baustein dieses erweiterten Angebots sind die standardisierten drehzahlvariablen Gensets auf Basis der mtu-Baureihe 2000. Sie passen ihre Motordrehzahl dem tatsächlichen Strombedarf an und reduzieren dadurch Kraftstoffverbrauch und CO₂-Emissionen im Betrieb um bis zu 15 %. Gleichzeitig arbeiten sie rund 6 dB leiser, was ein deutlicher Komfortgewinn an Bord ist.

Die Gensets decken mit elektrischen Leistungen von 650 bis 1.850 kWe einen breiten Leistungsbereich ab. Ihre hohe Leistungsdichte und kompakte Bauweise ermöglichen eine flexible Integration auch bei begrenztem Bauraum. Zudem eignen sie sich für batteriegestützte Schiffsanwendungen und können beispielsweise als Reichweitenverlängerer eingesetzt werden.

Das Produkt basiert laut Hersteller auf seiner jahrzehntelangen Erfahrung mit diesel-elektrischen Antrieben. So haben zahlreiche große Schiffe bereits drehzahlvariable mtu-Gensets auf Basis der Baureihe 4000 an Bord und etliche Yachten profitieren von diesel-elektrischen Antrieben auf Basis der Baureihe 2000.

Die neue SCR-Abgasnachbehandlung erweitert zugleich die Einsatzmöglichkeiten der mtu-Baureihe 2000 in emissionsregulierten Seegebieten. Das System, das gemeinsam mit dem Abgasnachbehandlungs-Spezialisten Eminox zertifiziert wird, erfüllt die Anforderungen von IMO Tier III und reduziert die Stickoxid-Emissionen um 75 % gegenüber den IMO-II-Grenzwerten. Die Lösung ist – abhängig vom Lastprofil – auf eine Lebensdauer von bis zu 16.000 Betriebsstunden ausgelegt, benötigt für die Dosierung keine Druckluft und lässt sich flexibel in unterschiedliche Schiffskonzepte integrieren.

Mit „From Bridge to Propeller“ verfolgt Rolls-Royce laut eigenen Angaben das Ziel, die Yacht als Gesamtsystem zu betrachten: von der Steuerung auf der Brücke bis zum Antrieb im Wasser. Dazu verbinde das Unternehmen seine Kompetenz in Antriebssystemen, Energiemanagement und Automation zu integrierten Lösungen, die Effizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit verbessern.

Für Werften habe dieser Ansatz einen zusätzlichen Vorteil, so Rolls-Royce. Sie erhalten eine abgestimmte Lösung aus einer Hand. Das senke den Aufwand bei der Konstruktion sowie Integration und reduziert Schnittstellenrisiken. Durch die Verzahnung von mtu-Antriebssystemen, mtu NautIQ Bridge und Automationstechnologien entstehe zudem ein einheitliches digitales Umfeld. Dieses hilft Werften und Eignern, Energieflüsse zu steuern, Emissionen zu reduzieren und die Verfügbarkeit zu erhöhe, so Rolls-Royce.

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