Zero North stellt neuen KI-Agenten für Schifffahrt vor

Der KI-Agent „Propel“ soll Schiffsbesatzungen bei der Optimierung von Routen und weiteren Aufgaben helfen. Entwickler ZeroNorth konnte als Partner bereits CMB.Tech und weitere Unternehmen gewinnen.
Menschen auf und hinter einem Sofa
© Zero North

„Propel“ soll laut einer Vorstellung von Zero North „wiederkehrende Aufgaben im operativen Geschäft“ übernehmen können. Durch Agenten sollen beispielsweise die Routenoptimierung, aber auch das Schiffs- und Kraftstoffmanagement erleichtert werden. Das schafft Kapazitäten auf Seiten der Besatzung: Statt sich mit Alltagsaufgaben zu beschäftigen, können Verantwortliche sich auf Entscheidungen konzentrieren, die ihr Fachurteil erfordern – so jedenfalls das Versprechen des Tech-Unternehmens.

Die Einführung erfolge laut Zero North (Eigenschreibweise „ZeroNorth“) zu einem Zeitpunkt, an dem die Schifffahrt mit zunehmender operativer Komplexität durch geopolitische Verwerfungen, regulatorische Änderungen und volatile Kraftstoffpreise konfrontiert ist. „Operative Teams müssen Entscheidungen über mehrere Schiffe und nicht miteinander vernetzte Systeme hinweg koordinieren“, teilte das Untenrehmen mit. „Eine bessere Abstimmung kann dabei zu erheblichen Zeit- und Kraftstoffeinsparungen für die gesamte Flotte führen.“

Eine sogenannte „Agentic AI“ würde außerdem Softwarelösungen bieten, die über reine Erkenntnisse und Empfehlungen hinausgehen. So soll sie Absichten verstehen und auf veränderte Bedingungen reagieren können. „Propel“ werde bei der Durchführung von Aufgaben innerhalb komplexer Betriebsabläufe helfen.

Aktuell sei die KI dazu in der Lage, wiederkehrende manuelle Aufgaben im Bereich der Routenoptimierung zu übernehmen, die zuvor von den operativen Teams erledigt wurden. „Das System erstellt einen Routenplan, steuert die Kommunikation mit dem Kapitän, integriert Feedback in den Plan und aktualisiert diesen – wobei der Mensch stets eingebunden bleibt“, teilte Zero North mit. „Propel ist rund um die Uhr im Einsatz und reagiert auf sich ändernde Bedingungen. So können operative Teams schneller auf Chancen bei der Routenplanung reagieren und gleichzeitig Stunden an manueller Koordinationsarbeit zwischen den Betriebsteams und der Flotte einsparen.“

Das Professional-Services-Team von Zero North hat die KI in den letzten drei Monaten eingesetzt. Nun folgt der vorzeitige Rollout an die drei Kunden Cargill, Ultrabulk sowie die belgische Reederei CMB.Tech. „Propel“ soll zu einem späteren Zeitpunkt des Jahres 2026 veröffentlicht werden; weitere Agenten sollen folgen.

„Unser Ziel mit Propel ist es, die Arbeitsweise der Schifffahrt zu verändern, indem wir die technologischen Möglichkeiten im maritimen Betrieb neu definieren“, sagte Zero North-CEO Søren Andersen. „Es besteht ein enormes Potenzial für stärker vernetzte, kontinuierliche und präzise Abläufe, bei denen die Technologie einen größeren Teil der Koordinationsarbeit übernimmt, sodass sich die Menschen auf jene Entscheidungen konzentrieren können, die den größten Mehrwert schaffen.“

Cargill, Ultrabulk und CMB.Tech seien die allerersten Kunden gewesen und hätten das Unternehmen mitaufgebaut. „Nun arbeiten sie erneut mit uns zusammen, um die Zukunft der Schifffahrt zu gestalten“, sagte Andersen. „Ihre Erfahrung ist von unschätzbarem Wert, um sicherzustellen, dass Propel auf den heutigen Realitäten der Branche basiert und gleichzeitig dazu beiträgt, die maritimen Betriebsabläufe von morgen zu transformieren.“

James Lewis, Vice President Global Operations bei Cargill Ocean Transportation, sagte: „Wir sind stolz darauf, die Zusammenarbeit mit unseren langjährigen Partnern von ZeroNorth fortzusetzen. Gemeinsam wollen wir Technologien erforschen, die die Schifffahrt modernisieren, die betriebliche Effizienz steigern und die Branche voranbringen können.“

Oskar Fabricius, CFO bei Ultrabulk, fügte hinzu: „Bei Ultrabulk haben wir die Erfahrung gemacht, dass Technologie dann überzeugt, wenn sie auf realen Betriebsabläufen basiert. Das Potenzial von KI, die aktiv eingreifen kann – anstatt nur Erkenntnisse zu liefern –, ist beträchtlich. Als Partner der ersten Stunde freuen wir uns, bei der praktischen Gestaltung dieser Entwicklung eine Vorreiterrolle zu übernehmen.“

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